27.08.03
Time to say goodbye ...
Deshalb schließt das Rheinhessenarchiv unter MovableType heute seine Pforten.
Das Archiv und die Suche bleiben zu Recherchezwecken weiterhin bestehen, aber alle Kommentarfunktionen wurden abgestellt.
Ich bedanke mich bei allen Besuchern für ihr Interesse, bei Google für die reichlichen Links und beim Rheinhessenarchiv-Monitoring-Team für die gute Arbeit :-)
War es das etwa?
Natürlich nicht! Ab sofort finden Sie die neuesten Meldungen rund um Genealogie, Kirchenbuchverkartung, Rheinhessen und Geschichte und vieles mehr unter News.Genealog.de.
Bitte aktualisieren Sie Ihre Links entsprechend. Forum, Links und Galerie sind unter den gewohnten Adressen weiterhin erreichbar.
22.08.03
Ausstellung "Wilhelm Heinse und seine Bibliotheken"
Von Freitag, 05. September, bis Samstag, 04. Oktober 2003, zeigt die Stadtbibliothek Mainz (Rheinallee 3B) die Ausstellung "Wilhelm Heinse und seine Bibliotheken" zum 200. Todestag des Schriftstellers und Bibliothekars.
Wilhelm Heinse (1746 bis 1803) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts. Mit Ardinghello und Die glückseligen Inseln schuf er den ersten Roman, der eine Künstlerfigur der Renaissance zum Helden hat und von nachhaltiger Wirkung auf die deutsche Literaturgeschichte gewesen ist. Seit dem ersten Erscheinen 1787 ist diese ,,Geschichte aus dem sechzehnten Jahrhundert" bis heute fast ununterbrochen im Buchhandel erhältlich gewesen. Zwanzig Jahre vor Goethes Italienischer Reise führte sie dem Leser die bedeutendsten Kunstschätze Italiens vor Augen.
Gleichzeitig trat Heinse als Essayist hervor, dessen Kunst- und Musikbeschreibungen eine literarische Qualität erreichten, die man seit Winckelmann nicht gekannt hatte und eine sinnliche Anschauung, die manchem Zeitgenossen zu weit ging. Er wurde zum Mittler zwischen Italien und Deutschland, und zum Mittler zwischen den Epochen und Ausdrucksweisen um 1800: zwischen Klassizismus, Empfindsamkeit und Romantik, wurde Vorreiter einer neuen Wahrnehmung der Kunst, die aus dem unmittelbaren Erleben entspringt und ein sprachliches Äquivalent dafür findet. Insbesondere die Generation des Expressionismus und der Jugendbewegung entdeckte ihren Heinse neu.
In Mainz verbrachte der 1746 in der am Rand des Thüringer Walds gelegenen Stadt Langewiesen/Ilm geborene Heinse die Jahre 1786 bis 1794 im Dienst des Kurfürsten und Erzbischofs von Erthal. Als Leiter der kurfürstlichen Bibliothek in der Martinsburg hatte Heinse trotz seiner eher zurückgezogenen Lebensweise eine zentrale Position im Mainzer intellektuell-kulturellen Milieu dieser Jahre inne. Er empfing auswärtige Besucher, besorgte die Ankäufe bei Mainzer und bei auswärtigen Buchhändlern, erstellte die Kataloge der Bibliothek und erbrachte in einem Aufsatz über die ,,Erfindung der Buchdruckerkunst in Mainz" den Nachweis für Gutenbergs Leistungen, die damals noch umstritten waren. Er knüpfte Kontakte zum kultivierten Frankfurter Bürgertum, den Brentanos, den Gontards und zum jungen Hölderlin; mit Samuel Thomas Soemmerring verband ihn eine enge Freundschaft.
Obgleich Heinse als ein geistiger Brandstifter der Revolution denunziert wurde, entschied er sich für die finanzielle Absicherung und den Verbleib am Mainzer Hof und folgte Erthal nach Aschaffenburg, wo die kurfürstliche Bibliothek samt der dazugehörenden graphischen Sammlung heute noch fast vollständig vorhanden ist. Am 22. Juni 1803 erlag Heinse einem Schlaganfall. König Ludwig I. von Bayern sorgte später für ein angemessenes Grab auf dem Alten Friedhof in Aschaffenburg und ließ Heinses Büste in der Walhalla aufstellen, zwischen denen von Klopstock und Herder.
Durch die Präsentation von Autographen, Erstausgaben und bibliophilen Drucken des 20. Jahrhunderts werden mit der Ausstellung nicht nur Lesefreude und literaturhistorisches Interesse angesprochen, sondern auch die Biographie Heinses nachgezeichnet. Die Auswahl aus den wertvollen Altbeständen der Stadtbibliothek, die unter anderem auf das alte Gymnasium, die kurfürstliche Universität und Nachlässe von Mainzer Bürgern der Heinse-Zeit zurückgehen, wird durch Leihgaben aus Privatbesitz ergänzt.
Die Ausstellung wird am Donnerstag 04. September 2003, 18.30 Uhr, Lesesaal der Stadtibliothek Mainz (Rheinallee 3 B) eröffnet. Oberbibliotheksrat Dr. Wulf Thommel, Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz), begrüßt die Besucher. Dr. Johannes Hilgart beleuchtet mit der Einführung ,,All mein Wesen ist Genuß und Wirksamkeit" Heinse als Leser, Schriftsteller und Bibliothekar.
Sabine Kalmer (Sopran) und Johannes Naumann (Gitarre) gestalten die Ausstellungseröffnung mit Liedern von Johann Friedrich Hugo von Dalberg auf Texte von Zeitgenossen und Freunden Heinses.
Quelle: Newsletter der Stadt Mainz vom 22.08.2003
Siehe auch: Heinse-Homepage
21.08.03
Geroldsecker Regesten
Ein Blick in die Materialien zur Geschichte des Hauses und der Herrschaft Geroldseck, die auf http://www.buehler-hd.de/reg/ als PDF-Dateien abgerufen werden können, lohnt sich.
Die Regesten der Grafen von Veldenz enthalten zahlreiche Nennungen rheinhessischer Ortschaften.
Wer sich für die private Genealogie des Verfassers der Homepage, Dr. Christoph Bühler aus Heidelberg, interessiert, kann sich u.a. an den "Tagebüchern meiner Großmutter" mit Reiseberichten "Quer durch den Harz" und "Im Osterzgebirge und der sächsischen Schweiz" ergötzen.
Virtuelle Bibliothek des 15. Jahrhunderts
An der amerikanischen Yale-Universität entstand ein Projekt mit dem Ziel, die Bibliothek des Karthäuserklosters von Buxheim virtuell wieder auferstehen zu lassen. Der einstmalige Bestand der Bibliothek ist inzwischen in alle Winde verstreut; über 50 Bibliotheken in Europa und den USA sind nun stolze Besitzer der Werke.
Das Projekt "Charterhouse Buxheim and its Library" möchte die Manuskripte mit Datenbanken und interaktiven Katalogen wieder zusammentragen.
In der Bibliothek befand sich übrigens auch das Werk "Allerhandt Pferdts Artzneye, alle probirt durch Jacob Hündten von Saulheim" in deutscher Sprache (17. Jahrhundert), nachzulesen auf unter Cat. # 2429 der Seite http://www.yale.edu/german182b/buxheim/1883/cat1883.2.html.
Eisenbahngeschichten: Der Bahnhof in Friesenheim
Die Eisenbahnlinie Nierstein - Undenheim - Köngernheim machte den Fuhrmann Valentin arbeitslos; der Zug, der auf dieser Linie fuhr, wurde deshalb nach ihm "Valtinche" getauft.
Das Bahnhofsgebäude in Friesenheim steht noch immer. Es diente als Altersruhesitz und Gaststätte.
19.08.03
Saulheimer St. Bartholomäus wird 130
Noch ein Kirchenjubiläum: die katholische St. Bartholomäuskirche in Saulheim begeht am 07.09.2003 ihr 130-jähriges Jubiläum, berichtet Thomas Thörle in der Allgemeinen Zeitung vom 19.08.2003. Über die Geschichte der Kirche findet sich auf der Saulheimer Homepage ein ausführlicher Artikel.
Heimatmuseum Ockenheim mit neuen Öffnungszeiten
Von März bis Oktober 2003 ist das Heimatmuseum Ockenheim an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
St. Nikolaus Kirche in Mombach
Wäre die St. Nikolauskirche (Mainz-Mombach) nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, könnte heute ihr 300-jähriges Bestehen gefeiert werden.
16.08.03
Image Arcadia wieder erreichbar
Kurz nach der Installation meines Galerie-Skriptes Image Arcadia vor einigen Jahren verschwand der Hersteller iKing Networks mitsamt seiner Homepage und dem Support von der Bildfläche. Ärgerlich!
Für alle Anwender des Skriptes gibt es eine gute Nachricht: Unter http://imagearcadia.sourceforge.net/ ist das Programm jetzt kostenlos erhältlich (inkl. Dokumentation - von Support ist aber nichts zu sehen). Manche Links verweisen zwar noch auf die frühere HP von Image Arcadia, aber der Downloadbereich ist offenbar funktionstüchtig.
Fragwürdige Diskussion um alte Zollstation
Im aktuellen Nachrichtenblatt der VG Nieder-Olm werden freiwillige Helfer gesucht, die den Elftausend-Mägde-Turm in Stadecken-Elsheim wiederaufbauen sollen.
Doch offensichtlich gibt es erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der Ortsgemeinde und der zuständigen Denkmalpflege über dieses Vorhaben. Letztere will den Turm als Ruine erhalten, da es keine Hinweise auf das ursprüngliche Aussehen des Objektes gibt. Die älteste Abbildung von 1942 zeigt bereits eine Ruine. Bürgermeister Rehm hingegen weiß anscheinend mehr: Seiner Meinung nach muß der Turm in seiner Bauweise mit dem Ingelheimer Stadttor an der Selz identisch gewesen sein. "Deshalb solle man dort Maß nehmen und das Elsheimer Kleinod entsprechend wieder aufbauen".
Die Denkmalschutzbehörde sieht durchaus die Notwendigkeit einer Sanierung, die sie der Gemeinde bereits seit zehn Jahren ergebnislos anbietet. Dies würde aber nicht einen Wiederaufbau, sondern den Schutz der Ruine in ihrer jetzigen Gestalt bedeuten. Besonders warnen die Denkmalschützer davor, dass die gut gemeinte private Initiative nicht fachgerechte Materialien (bspw. Zement statt Kalkmörtel) verwendet: "Sonst wird das eine Verschlimmbesserung".
Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung vom 16.08.2003
Nachtrag: Umstrittene Sammelaktion für alte Steine
Nachtrag 2: Kommentar von Steffen Weyer zur Turmsanierung ("Werbeträchtiges Projekt im Vorfeld der Kommunalwahl 2004?")
Quelle: AZ vom 19.08.2003
Luftschlacht über Rheinhessen
Der Schwabsburger Georg Zimmermann beschäftigt sich mit der Luftschlacht über Rheinhessen vom 17.08.1943. Den damaligen Zeitungen zufolge wurden 155 Flugzeuge abgeschossen, darunter auch eines, das im Harxheimer Ortsgebiet aufschlug. Die Bilanz: drei Tote und sieben Gefangene.
Zimmermann hat nun neue Augenzeugen gefunden, die den Hergang des Absturzes schildern können.
Weitere Einzelheiten: Mainzer Allgemeine Zeitung vom 16.08.2003
15.08.03
Ortschronik erscheint im Januar
Die Bodenheimer Ortschronik soll im Januar 2004 erhältlich sein und 30 EUR kosten. Wer das Werk vorbestellt, zahlt nur 27 EUR.
14.08.03
Schinderhannes-Sonderschau
Das Hunsrück-Museum in Simmern zeigt vom 02.08.2003 - 30.12.2003 eine Ausstellung über den Schinderhannes, verbunden mit diversen Schauspielen, Lesungen, Filmen, Wanderungen und so manchem mehr.
Quelle: Rhein-Zeitung vom 14.07.2003
13.08.03
Rochusberg im Zweiten Weltkrieg
In der Mainzer Allgemeinen Zeitung startete gestern eine Miniserie über die Geschichte des Rochusberges:
Autor ist Pater Josef Krasenbrink, Prior des Oblatenklosters.
Nachtrag vom 15.08.2003:
12.08.03
Mainzer Krimitour
Heute um 21.45 Uhr sendet der SWR in seiner Reihe "Fahr mal hin" den 30-minütigen Beitrag "Mainzer Krimitour: auf dunklen Fährten durch die Domstadt" von Henriette Seyfferth.
"Fahr mal hin" durchstreift Mainz dieses Mal etwas abseits der bekannten Pfade. Die Kamera folgt der Fährte rätselhafter Tatverdächtiger, begleitet schrullige Ermittler an spektakuläre Tatorte, unternimmt Streifzüge in die Mainzer Kriminalgeschichte und zeigt Mainzer Krimiautoren an ihren Lieblingsschauplätzen So entdeckt man hinter dem Dom die dunkelsten Altstadtwinkel, sieht die Zitadelle von unten und den stillgelegten Knast von innen. Dem Hauptfriedhof wird im Morgengrauen ein Besuch abgestattet, das Gutenbergmuseum nach Dienstschluss und die Römersteine bei Nacht. Rund zwei Dutzend Krimis spielen in Mainz. Viele entstanden in den letzten anderthalb Jahren, angeregt durch einen Wettbewerb "Mainz Krimi". Die einen sind blutrünstig, die anderen spannend auch ohne Mord. Die einen leben von bodenständigem Meenzer Lokalkolorit, die anderen stricken den Krimistoff aus der Kulturgeschichte rund um Gutenberg und Chagallfenster. Die einen sind frei erfunden, die anderen wieder ranken sich um wahre Morde aus der Stadtchronik. Die Mainzer Krimiwelt lässt kaum eine Ecke in der Landeshauptstadt unentdeckt. Sie lädt ein zu einem Spaziergang "auf dunklen Fährten durch die Domstadt", der uns Mainz gleichzeitig auch von seinen schönsten Seiten zeigt. Denn Krimi-Größen wie Carl Zuckmayer und Ingrid Noll haben längst bewiesen: Am besten lässt es sich da morden, wo es am schönsten ist: im idyllischen Stadtteil Bretzenheim zum Beispiel, im botanischen Garten oder auch - mitten im Dom!Quelle: TV-Genial/Hörzu [via: meine Schwiegermutter ;-)]
Kirschgarten: Denkmal des Monats
Im August ist der Kirschgarten in der Mainzer Altstadt zum "Denkmal des Monats" erklärt worden. Alles Weitere bei http://www.mainz.de/portrait/index.htm.
Windmühlen-Geschichte
Die September-Ausgabe der Zeitschrift P.M. History erscheint am 15.08.2003 und beschäftigt sich u.a. mit der Geschichte der Windmühlen. Unter http://www.pm-history.de/links werden weiterführende Links angeboten (allerdings war die Drucklegung bislang schneller als die Online-Redaktion). Als Buch zum Thema wird "Friedrich Naumann: Windmühlen. Nachdruck der Originalausgabe von 1907" vorgestellt und eine neue DVD des Yorck-Projektes, "5000 Meisterwerke der Fotografie", empfohlen.
Nettes Detail im erwähnten Artikel sind die Anekdoten zu Mühlen und Müllern:
... die Trierer Kurfürstliche Mühlenordnung von 1736 schrieb vor: "Der Müller soll ohne Not einen Mahlgast dem anderen nicht vorziehen."
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!
Eine Braunschweiger Polizeiverordnung drohte 1573 mit Bestrafung, falls "ein Ehemann oder eine Ehefrau in unseres Rats Mühlen, wenn sie dort mahlen ließen, Ehebruch treiben und erwischt wurden".
Neu war mir übrigens, daß die Mühlen auch zur Überlandverständigung dienten. Die Stellung der Mühlenflügel teilte mit, ob der Bauer Feierabend machte oder Reparaturen durchführte, ob es eine Hochzeit oder einen Trauerfall gab usw. Da der Artikel auch auf die modernen Windkrafträder eingeht, frage ich mich natürlich sofort, was z.B. ein umgestürztes Windrad signalisieren soll ... ;-)
03.08.03
Christuskirche: Denkmal des Monats
Die Stadt Mainz kürt regelmäßig das "Denkmal des Monats" und stellt das Bauwerk auf ihrer Homepage vor. Für Juli hat man aus aktuellem Anlaß die Christuskirche ausgewählt, die Anfang des Monats 100 Jahre alt wurde. In der Rheinzeitung vom 30.07.2003 wird ausführlich auf die Bedeutung der Kirche für die Mainzer Protestanten eingegangen (http://rhein-zeitung.de/archiv/03/07/30/z/lok/00000635.html - kostenpflichtig!).
"Denkmal des Monats" auf Mainz.de: http://www.mainz.de/portrait/index.htm.