28.02.03

Ausstellung in Mainz

Im Herbst kommt Johannes Bückler, beziehungsweise das, was von ihm übrig geblieben ist, nach Mainz. Vom 18. Oktober an ist im Rathaus eine Schinderhannes-Ausstellung zu sehen. [via Rheinzeitung Druckausgabe vom 28.02.2003]

26.02.03

Orbis Latinus

oder Verzeichnis der wichtigsten lateinischen

Orts- und Ländernamen
von
Dr. J. G. Th. Graesse.

Ein Supplement
zu jedem lateinischen und geographischen Wörterbuch.

2. Auflage, mit besonderer Berücksichtigung der mittelalterlichen und neueren Latinität neu bearbeitet von Friedrich Benedict, Prof. Dr.

Alle Rechte vorbehalten.
Published August 1 1909.
(... und jetzt online)

Jahresberichte für deutsche Geschichte

Mit dem Rechercheformular der Jahresberichte für deutsche Geschichte kann man ganz schnell Literaturrecherchen durchführen.

Denkmalschutz II

Eine überzeugende Internetseite hat die Denkmalpflege Hessen zu bieten. Die Optik ist sehr ordentlich, inhaltlich wird wirklich eine Menge geboten. In der Rubrik "Veröffentlichungen" finden sich viele Publikationen zum Download.

Denkmalschutz

Verordnung Landgraf Friedrichs II. von Hessen-Kassel zur Erhaltung ... der Monumente und Altertümer (1780)

(Gabriele Dolff-Bonekämper. Die Entdeckung des Mittelalters: Studien zur Geschichte der Denkmalerfassung und des Denkmalschutzes in Hessen-Kassel bzw. Kurhessen im 18. und 19. Jahrhundert. Darmstadt und Marburg: Selbstverlag der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt und der Historischen Kommission für Hessen; 1985. (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte; Bd. 61). (Überarbeitete Fassung der Diss. Phil. Marburg 1983). ISBN 3-88443-149-8.)

25.02.03

Mühlenwanderungen

Die Landesschau Rheinland-Pfalz - SWR.de hat in ihrem Online-Angebot auch die Serie "Mühlenwanderungen". Es werden Routen in der Eifel, dem Westerwald und Rheinhessen vorgestellt.

Wer lieber zuhause bleiben möchte, sollte wenigstens die Landesschau Rheinland-Pfalz ab kommender Woche nicht verpassen (Mo-Fr 19.20-19.45 Uhr SWR). Denn heute war ein Fernsehteam hier, um über das Rheinhessenarchiv, die Kirchenbuchverkartung Saulheim und die Langenhan'sche Familienforschung einen dreieinhalbminütigen Beitrag zu drehen. Der Sendetermin steht leider nicht genau fest; sollte ich genauere Daten erfahren, werde ich sie hier posten.

24.02.03

Schinderhannes-Eiche

Abbildung der Eiche, unter deren Krone Schinderhannes den Erpresserbrief an den Fuchsmüller schrieb (1801).

Das Skelett des Schinderhannes - In der Tagesschau

Tatsächlich wahr: am 11.01.2003 berichtete die Tagesschau über die Rückkehr des Schinderhannes-Skeletts nach Miehlen. Netterweise hat die ARD den Bericht als Real-Media-Video ins Internet gestellt (Kamera-Symbol anklicken).

Bibelgui.de

Wer gelegentlich einen Bibelvers nachschauen möchte (oft werden die Verse bei Beerdigungseinträgen in den KB notiert), kann dies komfortabel bei Bibel-Gui.de Deutschland [www.bibel-gui.de] erledigen. Der Verzicht auf Werbung auf dieser Seite fällt übrigens angenehm auf.

23.02.03

Namen-Raub

Vor knapp zwei Jahren, am 19.04.2001, erschien im Feuilleton der WELT ein Artikel über Hildegard von Bingen, die möglicherweise nicht aus Bermersheim, sondern aus Niederhosenbach stammen soll.

Damit wird hier zwar nichts Neues vermeldet, aber es ist eine Erwähnung wert, daß man auf das Archiv der Welt noch immer kostenlos zugreifen kann. Einen anderen Weg geht DIE ZEIT. Online kann man das Archiv nur kostenpflichtig durchsuchen (0,15 EUR pro Treffer auf der Liste, 1,48 EUR für den Volltextartikel). Alternativ kann man DIE ZEIT jetzt auch auf CD erwerben (Jahrgang 2002 für 80,00 EUR, Jahrgänge 1995-2002 für 160,00 EUR; Studenten und Abonnenten erhalten Sonderkonditionen).

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 18]

123) Wo streicht denn der Johann Adam, Korbmacher vom Ueberrhein, herum?

Antw. Es ist ein Gevatter von dem Scheelen Franz; ich weiß daß er den Weg gegen den Oberrhein genommen hatte, und da er sich in dem Odenwald nicht aufhalten kann, weil er schon mit besagtem Franz in Lindenfels in Verhaft war, so vermuthe ich, daß er den Weg gegen Schwaben genommen hat; ausser seinem Korbmacherhandwerk treibt er auch noch den Porcellanhandel; es ist ein Mann von mittlerer Größe, aber stark, schwarze runde Haare, er ist verheirathet und hat seine Frau bei sich; ich weiß aber nicht ob er Kinder hat.

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 18]"

22.02.03

Bad Sobernheim plant Schinderhannes-Spektakel

"Wir haben den 200. Todestag des Schinderhannes gewählt, um ein interessantes Spektakel in Sobernheim mit Hannes, Julchen und der Bande zu inszenieren", erläutert Museumschef Wolfgang Heimer seine Absicht, die historischen Gestalten am 4. und 5. Oktober mit einer groß angelegten Schau den hoffentlich vielen Besuchern Angst und Schrecken einjagen zu lassen.

Den ganzen Plan kann man bei Main-Rheiner nachlesen.

AZ-Serie zur Familienforschung im Kreis Mainz-Bingen [Teil 4]

Im heutigen Teil der Serie wird die Familie Braunewell aus Essenheim porträtiert, die über ein Geschlechterbuch mit allen Familienmitgliedern seit 1655 verfügt.
Artikel online lesen...

Oppenheimer Geschichtsverein ist aktiv

Am 27. März wird Dr. Rüdiger Fuchs über die Inschriften der Grabdenkmäler in der Katharinenkirche referieren. Am 8. April geht es in die Unterwelt und am 27. Juni stellt Julian Hanschke Oppenheimer Pläne und Skizzen vor, die er in diversen Archiven entdeckt hat. Dieses und noch mehr (bspw. zum Thema Oppenheimer Stadtmuseum) berichtet die Allgemeine Zeitung.

Welttag des Fremdenführers

Anläßlich des Welttages des Fremdenführers am 21.02.2003 folgte die Allgemeine Zeitung der Binger Gästeführerin Gabriele Schleicher durch Bingen.

Binger Kindheit

Die Erinnerungen der 1869 in Bingen geborenen und 1938 vor den Nazis in die USA geflohenen Jüdin Mathilde Mayer wurden in einer AZ-Serie abgedruckt. Zum Abschluss veröffentlicht die AZ in Auszügen ein Nachwort von Ilse Barker geborene Groß. Die heute in England lebende 82-jährige Autorin ist eine Nichte von Mathilde Mayer und hat ihre Kindheit in Bingen verbracht.

Weiterlesen in der Allgemeinen Zeitung

Wie der Narr nach Mainz kam

... berichtet die Allgemeine Zeitung in ihren Regionalnachrichten.

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 17]

113) Hat euch dann der Müller gekannt?

Antw. Ja, wir waren öfters bei ihm um zu essen und zu trinken, aber er hat niemal keine Gemeinschaft mit mir gehabt.

114) Bei eurem lezten Rheinübergang, waret ihr nicht von eurer Magd Marie Eve Berg begleitet?

Antw. Nein, sie ist aber mit Christian Rheinhard un den andern welche sie in dem Hause des Gastwirths Keim zu Eckelsheim angetroffen hat, über den Rhein gegangen.

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 17]"

21.02.03

Biographie des Johann Jacob Wilhelm Heintze (Heinse)

Dem Dichter, Kurfürstlich Mainzischen Hofrat und Bibliothekar ist die Homepage Heinse.de gewidmet. Sie beschäftigt sich mit Stationen seines Lebens, seinen Werken, Büchern und Zeitschriften, Briefwechsel mit Zeitgenossen, seiner Ahnentafel und vielem mehr. Die Ahnen gehen zurück bis auf Simon Musäus, den auch ich zu meinen Ahnherren zählen kann. Ein Volltreffer!

Ach, fast hätte ich es vergessen: 2003 ist Heinse-Jahr (200. Todestag)! Auch in Mainz werden Veranstaltungen angeboten (Lesungen, ein Symposium, eine Ausstellung zu "Wilhelm Heinse und seine Bibliotheken" sowie ein Vortrag von Dr. Helmut Mathy). Den Veranstaltungskalender findet man ebenfalls auf Heinse.de.

Weltbibliothek

Sowohl unter Anthroposophie.net als auch unter Weltbibliothek.com ist eine umfangreiche Wissenssammlung zu finden, die zum Schmökern einlädt. Angeregt durch den Kaspar Hauser Artikel in P.M.-History stieß ich auf diese Homepage, die zu KH in der Rubrik Biographien eine eigene Seite unterhält. Schön: viele Illustrationen.

kaspar_hauser.jpg

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 16]

Fortsetzung, zu Mainz den 16ten Messidor zehnten Jahrs.

104) Habt ihr nicht vor drei Monat von dem Jakob Schowalter vom Montforterhof, durch einen Drohbrief Geld erpresset?

Antw. Ja, ich habe den Brief selbsten geschrieben; ich war damals von Christian Rheinhard, Johannes Leiendeker und Georg Michel begleitet; der leztere hat den Brief auf den Hof getragen, von wo er achtzehn Louisd'or, welche wir untereinander theilten, brachte.

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 16]"

Sonderteil Ahnenforschung

Das heute erschienene Magazin P.M.-History hat einen umfangreichen Sonderteil zum Thema Ahnenforschung. Neben einer mehrseitigen Anleitung für Einsteiger wird der Ariernachweis des Dritten Reichs, das Thema Namensforschung und noch manches mehr besprochen. Unter http://www.pm-history.de/ahnen wurde eine weiterführende Linkliste zusammengestellt.

20.02.03

Keine Ahnen!

tAffenleben1876.jpg

Quelle: Deutsches Lesebuch für die einklassige Volksschule und für einfachere Schulverhältnisse überhaupt. Bielefeld und Leipzig 1876.

Details ... "Keine Ahnen!"

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 15]

101) Habt ihr noch andere Bekanntschaften zu Hamm ohne die mit der Seibelschen Familie?

Antw. Ja, es ist noch ein Mann neben dem Haus des besagten Wittib Seibel; es ist ein kleiner Mann, welcher einen lahmen Arm hat; er hat mich einmal über den Rhein geführt, ich weiß aber nicht ob er mich gekannt hat.

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 15]"

19.02.03

Schinderhannes war kein Hunsrücker

Unter diesem Titel widerspricht Rainer Thielen, Rehborner Studiendirektor und Historiker, den Marketing-Betreibern der Nahe-Region, die den Schinderhannes so gerne im Hunsrück ansiedeln.

Laut Thielen hielt sich der Schinderhannes zwar oft im Hunsrück auf, sein Hauptwirkungsgebiet lag aber ausnahmslos im Nordpfälzer Bergland. "Aufgrund der Fakten müsse das Arbeitsgebiet des Schinderhannes doch etwas gerade gerückt werden".

Der ganze Artikel ...

Schinderhannes-Jahr: Medien werden aktiv

Es hat rund 6 Wochen gedauert, bis das Schinderhannes-Jahr den Weg in die Medien gefunden hat. Die Allgemeine Zeitung berichtete am 12.02.2003 über ein Koordinationstreffen der Naheland-Touristik mit Vertretern aus dem Hunsrück und dem Naheland.

Ausstellungen, neue Bücher, Fernsehbeiträge sind ebenso in Vorbereitung wie touristische Angebote (Räuberlager!). Mit dem Gerichtsprozeß setzt sich nicht nur das Rheinhessenarchiv, sondern auch das Mainzer Stadtarchiv auseinander. Das Maison de France untersucht die deutsch-französischen Beziehungen und der SWR veranstaltet einen Themenabend.

Alle Infos gibt es beim Main-Rheiner.


IGI-Index

Wer auf Familysearch.org (Homepage der Mormonen) in der riesigen Datenbank recherchiert, wünscht sich oft, einen direkten Zugriff auf die Batch-Nummern zu haben, um gezielt in Orten oder Regionen suchen zu können. Mit dem :: igi-index | deutsches Batchnummern Verzeichnis - german Batchnumber Index wird das jetzt viel einfacher. Hitverdächtig!

18.02.03

Die Wormser Juden 1933-1945

Seit den frühen 1960er Jahren beschäftigte sich das Wormser Ehepaar Dr. Karl und Annelore Schlösser mit der Geschichte der Wormser Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Forschungsergebnisse wurden nun vom Wormser Stadtarchiv (Hintere Judengasse 6, 67547 Worms) auf einer CD-ROM veröffentlicht. Unter dem Titel "Die Wormser Juden 1933-1945" werden die Schicksale aller Wormser jüdischen Familien nachgezeichnet, die während der NS-Zeit nachweisbar sind. Zahlreiche Bilder und Informationen zu jüdischen Geschäften in Worms runden die ausführliche Dokumentation ab, die bisher nur als Manuskript im Stadtarchiv Worms vorlag. Die von Dorothea Spille erstellte CD-ROM (ISBN ISBN 3-9806754-7-5) ist für 12 Euro im Buchhandel erhältlich. Informationen zu allen lieferbaren Publikationen des Stadtarchivs Worms finden sich unter http://www.worms.de/Dokumente_Download/Veroeffentlichungen.pdf.

17.02.03

Rat und Tat im Südwest Fernsehen

In S3 (Südwestrundfunk) wird morgen um 18.50 Uhr die Sendung "Rat und Tat" mit dem Schwerpunktthema Ahnenforschung zu sehen sein.

Gast im Studio ist Roland Paul, Direktor des Instituts für Pfälzische Geschichte und Volkskunde und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Pfälzische Familienkunde.

Mehr zur Sendung ...

16.02.03

Dageliropuisch?

In Frage 97 des Schinderhannes-Verhörprotokolls wird Schinderhannes nach der dageliropuischen Sprache gefragt. Mit Google kam ich nicht weiter bei der Frage, ob es sich um Rotwelsch (Räubersprache) gehandelt haben könnte. Stattdessen fand ich aber eine Online-Ausstellung über Geheimschriften im Mittelalter, veröffentlicht vom Historischen Seminar der Uni München.

Alles über Gaunerzinken hat Guidos World zusammengestellt.

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 14]

97) Könnt ihr auch mit Ziffer schreiben und absonderlich in der dageliropuischen Sprache?

Antw. Nein, ich weiß nichts davon; ich habe aber von Johannes Leiendeker gehört, daß er eine dergleichen Sprache in den Gefängnissen zu Koblenz gelernt hat.

98) Welche sind dann die Ursachen welche euch bewogen haben, dem Friedensrichter von Kirn, als er euch in euerer wirklichen Verhaftung in Mainz besuchte, zu sagen: daß ein Namens Husch, Schneider, bei den Gebrüder Hassinger auf der Mühl bei Simmern sich befände und Kleider von gestohlenen Waaren mache?

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 14]"

Es folgt ... die Werbung!

Werbeanzeigen in alten Festschriften haben ihren eigenen Reiz. Sie sind graphisch meist ansprechend gestaltet und geben Aufschluß über die örtliche Infrastruktur. Wir bringen heute einige Beispiele aus dem rheinhessisch-pfälzischen Grenzgebiet, die sich im 1928 erschienenen Gedenkbuch zur Einweihung des Krieger-Ehrenmals am Schwarzen Herrgott (Zellertal) finden.

Details ... "Es folgt ... die Werbung!"

Dörfliche Festkultur

Die Hunsrück-Zeitung hat Fritz Schellacks "Beobachtungen zur öffentlichen dörflichen Festkultur im Verlauf des 20. Jahrhunderts" veröffentlicht. Vieles, was hier für den Hunsrück geschildert wird, gilt auch für Rheinhessen.

Ritter Hundt zu Saulheim am VG-Weinfest 2002

In der Hunsrück-Zeitung finden sich übrigens noch weitere interessante Berichte: so bspw. Hunsrücker in Südamerika, Alte Handwerker und Gewerbe oder die Geschichte des Hunsrücker Geschichtsvereins, dessen 1. Vorsitzender Fritz Schellack ist.

Karten zur Territorialgeschichte Rheinhessens

Karten zur territorialen Entwicklung unseres Raumes finden sich auf der englischsprachigen Homepage von Fred Krebs aus Freinsheim. Es handelt sich hierbei um die detaillierte Karte "Die Herrschaftsgebiete [der späteren Rheinpfalz] im Jahre 1789" (aus dem Pfalzatlas, enthält auch Teile Rheinhessens und des Hunsrücks) sowie die Verwaltungsgliederung des Gebietes der heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland aus den Jahren 1813 und 1818 (aus Brommer, Inventar der Quellen zur Geschichte der Auswanderung 1500-1914).

Nützlich ist auch die interaktive Karte Kurpfalz um 1792 und die heutigen Kreisgrenzen auf der Homepage des Heidelberger Instituts für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde (FPI). Die ganze Kurpfalzkarte gibt es hier.

Rätselfreunde kommen beim Quiz des "Kornworm" auf ihre Kosten, wo der Raum Alzey auf einer Karte von ca. 1720 abgebildet ist.

Scharfrichter und Abdecker

Auf der Homepage der Gemeinde Starkenburg/Mosel findet sich der Aufsatz "Von den Wasenmeistern, Scharfrichtern und Chirurgen in der Hinteren Grafschaft Sponheim", den Otto Münster in den Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde veröffentlichte.

Neben allgemeinen Verordnungen und Aufgabenbeschreibungen finden sich auch genealogische Informationen zu einzelnen Scharfrichter- und Abdeckerfamilien wie Nagel, Bickler, Wolff u. Schmidt. "Scharfrichter und Wasenmeister waren eng miteinander in den Sippen verbunden, wer sich mit ihnen einließ, wurde auch 'unehrlich'."

14.02.03

Creative Commons

Die Inhalte des Rheinhessenarchivs stehen jetzt unter der Lizenz von Creative Commons.

Valentinstag: Liebesbriefe und Eheanträge

Wie bei allen Briefen, die eine Empfindung ausdrücken, so insbesondere auch bei diesen ist die Hauptregel die: Man lasse das Herz darin reden, enthalte sich also alles Affektierten, d. h. Unnatürlichen, Übertriebenen. Die Lebendigkeit des Gefühls wird sich von selbst in lebendiger Sprache ausdrücken. Man sei in der Schilderung dessen, was das Herz bewegt, nicht aus falscher Scham zurückhaltend, enthalte sich aber des Schwulstes des Romanstils aus dem vorigen Jahrhundert, der niemals einen guten Eindruck machen kann. Der Natur der Sache nach wird sich in dergleichen Briefen, zumal bei jungen Leuten, immer ein gewisser Grad von Leidenschaft und poetischem Gefühl aussprechen. Männer vorgerückteres Alters müssen in einem möglichst gemäßigten Tome schreiben; sie werden sich mit mehr Wärme als Feuer, mit mehr Zartheit als Kühnheit aussprechen. – Die Antworten von seiten der Damen müssen ganz besonders in zartem Tone abgefaßt sein, namentlich ablehnende Antworten. In diesen muß, wofern irgend dazu Grund vorhanden ist, ausgesprochen werden, daß man den Bewerber gehörig zu schätzen wisse und sein Vertrauen mit der gehörigen Diskretion (Verschwiegenheit) behandeln werde.

In diese Klasse von Briefen gehören auch die Bewerbungsschreiben an Eltern und andere Personen, die einen bedeutenden Einfluß auf die Geliebte haben und an deren Zustimmung also gelegen sein muß. Ihnen muß nicht bloß die Empfindung ausgedrückt, sondern auch alles dasjenige vorgehalten werden, was zur Hinwegräumung aller Bedenklichkeiten, die ihnen etwa aufstoßen könnten, notwendig erscheint [...]


Quelle: Otto Friedrich Rammlers Deutscher Reichs-Universal-Briefsteller oder Musterbuch aller in den allgemeinen und freundschaftlichen Lebensverhältnissen sowie im Geschäftsleben vorkommenden Briefe, Dokumente und Aäufsätze. Ein Hand- und Hilfsbuch für Personen jedes Standes,

enthaltend eine Einleitung über die Sprache; die Grammatik nebst einer Geschichte der deutschen Sprache. – Die Lehre über den Briefstil, die Abfassung, Förmlichkeiten und den äußern Wohlanstand der Briefe; Titulaturen, Briefmuster, nämlich: Allgemeine freundschaftliche Briefe, Glückwunschbriefe zu Geburts-, Namens- und Neujahrstagen, zu Verehelichungen, Geburten, Beförderungen, Jubiläen und andern Gelegenheiten; Danksagungsbriefe; Berichtbriefe; Bittschreiben und Bittschriften; Torst-, Empfehlungs- und Erinnerungsschreiben, Klagbriefe, Ermahnungs-, Vorwurfs-, Entschuldigungs-, Einladungs- und Bewerbeschreiben etc.; Geschäfts- und Handlungsbriefe aller Art; ferner Kauf-, Tausch-, Miet-, Chartepartie-, Pacht-, Dienst-, Heuer-, Arbeits-, Bau-, Gesellschaftsverträge oder Kontrakte, Mäl- und Rhederei-Briefe; Vergleiche; Ehe-, Assekuranz- und Lehrverträge; Testamente und Kodicille, Schenkungen, Vollmachten, Schuldverschreibungen, Bodemereibriefe, Cession, Bürgschaftsscheine, Reverse, Empfangsscheine, Konnossamente, Pfandscheine, Quittungen, Tilgungsscheine, Wechselbriefe, Anweisungen, Zeugnisse, Konti, Anzeigen und Bekanntmachungen, Telegramme. Dabei eine Auswahl aus den Briefen von Gellert, Rabener, Lessing, Wieland, Zollikofer, J. v. Müller, v. Schiller, J. H. Voß, Fr. Bodenstedt, G. Freytag, Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar, Königin Luise von Preußen, Kaiser Wilhelm I., v. Bismarck, Moltke, Herzog von Sachsen-Coburg-Gothat etc.

Nebst folgenden Zugaben: 1. Deutsches Reich. 2. Deutsche Klassiker. 3. Stammbuchaufsätze. 4. Der Hausarzt. 5. Die Hausfrau als Gattin und als Mutter. 6. Die Blumensprache. 7. Die Bienenzucht. 8. Die Verfälschungen der vornehmsten Bedürfnisse des Lebens. 9. Die Invaliditäts- und Altersversicherung. 10. Fremdwörterbuch. 11. Rechenhelfer.

Siebzigste, umgearbeitete und von neuem stark vermehrte Auflage von Dr. H. Th. Traut.

Leipzig (Verlag von Otto Wigand) 1900.

Heimatkunde für rheinhessische Schüler. Letzter Teil

Die Nibelungenstadt Worms.

tWorms 1929_1.JPG

Die Stadt Worms ist in der Sagengeschichte bekannt. Hier spielt sich ein großer Teil der Nibelungensage ab. Von hier aus ziehen die burgundischen Recken auf die Jagd in den Odenwald, von der Siegfried nicht mehr heimkehren sollte. An die Glanzzeit burgundischer Geschichte erinnern heute noch viele Namen. An die Zeit großer Reichsversammlungen mahnt uns das Lutherdenkmal. Der Wormser Dom mit seinen vier schlanken Ecktürmen wetteifert mit den gewaltigen Domen der Rheinstädte. Von den schweren Heimsuchungen des Dreißigjährigen Krieges und den Raubkriegen eines Ludwig XIV. hat sich Worms nur langsam erholen können. Heute ist es ein wichtiger Handels- und Industrieplatz am Rhein. Neben der Lederindustrie ist der Weinhandel zu nennen. Am Rhein stehen gewaltige Mühlen. Zwei Brücken (Eisenbahn- und Straßenbrücke) stellen die Verbindung mit der verkehrsreichen rechtsrheinischen Ebene her. Worms besitzt an höheren Schulen ein Gymnasium, eine Oberrealschule und eine Studienanstalt.

tWorms 1929_2.JPG

Valentinstag: römisches "Fluchtäfelchen" mit Liebeszauber

Gestern wurde die neue Römerpassage in Mainz eröffnet. Sie hatte im Jahr 2000 durch den Fund des Isistempels in der Baugrube Schlagzeilen gemacht. 25 sog. Fluchtäfelchen wurden gefunden und teilweise mühsam entziffert. Anläßlich der Übergabe einiger der Täfelchen an die Initiative Römisches Mainz wurde in der Allgemeinen Zeitung Mainz über ein Exemplar berichtet, das einen Liebeszauber enthält. Ob der Zauber allerdings gewirkt hat, ist nicht bekannt :-)

Den ganzen Artikel lesen ...

Genealogie und Genetik

Am 13. Januar 2003 war die Verquickung von Genealogie und Genetik schon einmal Thema im Rheinhessenarchiv.

Jetzt vermeldet die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe Nr. 38 S. 38 (online), dass sich drei Briten auf die Suche nach ihrer genetischen Identität in Schwarzafrika begeben haben. Die Nachkommen verschleppter Sklaven, über deren Herkunft man bisher nichts wußte, konnten mit Hilfe genetischer Forschung ihre "Wurzeln" finden.

Die drei porträtierten Nachkommen ehemaliger afrikanischer Sklaven haben eine Identität gefunden. Die Betonung liegt dabei auf eine. Denn damit ist nur einem der vielen Vorfahren Rechnung getragen, die aufgrund heute lebender Verwandter über die direkte mütterliche (Mitochondrien-DNS) und väterliche (DNS des Y-Chromosoms) Linie ermittelt werden können. Die Anzahl der Vorfahren seit der Verschleppung bis zum heutigen Zeitpunkt würde leicht ein Fußballfeld füllen. Doch für die Probanden stand von Anfang an fest: Einer ist besser als keiner. Daran ändern auch nichts die Beteuerungen der afrikastämmigen Genetikerin Fatima Jackson: "Eine Identität kommt von innen - nicht von der Genetik und nicht von einem Computerprogramm."

Am heutigen Freitag wird die BBC unter dem Titel "Motherland: a Genetic Journey" hierüber berichten.

Allgemeine Deutsche Biographie

Nach dem Wörterbuch von Adelung und Zedlers Lexikon ist nun die Allgemeine Deutsche Biographie online vollständig einsehbar.

Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig: Alle Bände sind einfach nacheinander aufgeführt und können durchblättert werden. Ohne die Suchfunktion am unteren Rand des Bildschirms hätte man da eine Weile zu tun! Band 1-9 haben leider keine führende Null und sind deshalb jeweils vor den entsprechenden 10er-Ziffern zu finden.

Die Suche funktioniert sehr gut, wie ich mit dem Suchbegriff "Musäus" schnell feststellen konnte. 9 Treffer (alles Juristen oder Theologen und größtenteils meine Ahnväter oder deren Nachkommen), aber keineswegs alle sind auch online einsehbar. Manche Fundstellen stammen aus der NDB, die nicht digitalisiert ist. Trotz der sehr schlichten und auf mich etwas unaufgeräumten Gestaltung ist dieses Angebot richtig toll! [Mitgeteilt von K. Graf]

Jüdische Geschichte

Die Arnsberger Publizistin Ursula Homann veröffentlicht auf ihrer Homepage eine Reihe von Aufsätzen, die sich u. a. mit der Geschichte der Juden in den heutigen Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und anderswo beschäftigen. Für unseren Raum interessant ist auch ihre Biographie der in Mainz geborenen Schriftstellerin Anna Seghers, deren Todestag sich am 1. Juni 2003 zum 20. Mal jährt.

13.02.03

Windmühlen in Rheinhessen

Das rheinhessische Hügelland leidet unter der Präsenz der vielerorts zu findenden sog. Windkraftanlagen. Nun versuchen die Hauptverantwortlichen für diese katastrophale Entwicklung auch noch die Geschichte heranzuziehen, um ihre allein kommerziellen Interessen zu rechtfertigen.

Den oberflächlichen und irreführenden Darstellungen kann jedoch entgegengetreten werden: Windmühlen-Geschichte(n)

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 4

Von den Siedelungen.

In den Tälern drängt sich Siedelung an Siedelung. Aber auch die Hochfläche ist reich besiedelt. Meist liegen die Ortschaften in kleinen Vertiefungen des Geländes. Besonders lieblich und malerisch zeigen sich die Siedelungen inmitten von Weinbergen und umrahmt von Obsthainen an dem Steilabfall des Rheinischen Hügellandes von Worms bis Bingen. Fast jeder Ort ist weltberühmt [!!] wegen seines Weines. Wir nennen nur Namen wie Oppenheim, Nierstein, Bodenheim, Nackenheim und Ingelheim. In Oppenheim befindet sich neben der Weinbauschule auch eine Realschule.

tNierstein 1930.JPG

Im Innern des Landes hat sich die gewerbtätige Kreisstadt Alzey mit einer Anzahl höherer Schulen (Progymnasium, Realschule, Aufbauschule) zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt [...]

An der Mündung der Nahe in den Rhein liegt Bingen, ein bedeutender Rheinhafen. Die Lage der Stadt am Eingang des Engtales des Rheines ins Schiefergebirge ist landschaftlich unvergeßlich schön. Die Weinberge des gegenüber liegenden Niederwaldes mit dem Nationaldenkmal und die rebenbepflanzten Abhänge des Rochusberges erhöhen diesen Reiz der Lage Bingens noch außerordentlich. Das rege Leben auf dem Fluß, die schnelle Aufeinanderfolge der vorbeifahrenden Eisenbahnzüge und der lebhafte Menschenverkehr weisen auf die große Verkehrsbedeutung der Stadt hin. Große Tabakfabriken und starker Weinhandel fördern das wirtschaftliche Leben Bingens. Die Stadt hat ein Gymnasium mit Realschule und ein Lyceum. Inmitten der Stadt erhebt sich die Burg Klopp.

tBingen Hafen 1930.JPG

(Die Bilder wurden entnommen aus: Rheinhessen. Ein Heimatbuch. 3. Band. Mainz 1930)

12.02.03

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 3

Eine Fahrt auf dem Rhein von Mainz nach Bingen.

Wir stehen auf der Straßenbrücke in Mainz. In einer Länge von 600 m spannen sich ihre Bogen über die grünlichen Fluten des deutschen Stromes. Schleppzüge keuchen schwerbeladen stromauf. Leere Schleppzüge kommen schneller voran. Floße treiben stromabwärts. Dazwischen eilen geschwinde Boote, die den Verkehr zwischen den beiden Ufern vermitteln. Lange Fracht- und Güterhallen liegen längs des linken Ufers, an dem die Uferbahn entlang fährt. Oberhalb sehen wir die Mündung des Maines. In der Nähe überschreitet die Eisenbahn den Rhein. Unterhalb erblicken wir die Kaiserbrücke, deren Pfeiler auf der Petersaue ruhen. Sie trägt die Gleise der Bahn nach Wiesbaden. In der Nähe der Straßenbrücke ist auch die Anlegestelle für die Personendampfer.

Mit vielen fröhlichen Menschen besteigen wir einen Dampfer, der weit über 1000 Personen faßt. Die Schiffsglocke ertönt. Mit großem Geräusch und Gestampf setzen sich die Schiffsschrauben in Bewegung. Auf der Stadt Mainz mit den Domtürmen ruht unser Blick. Biebrich, der Hafen von Wiesbaden, wird angelaufen. Aber nur kurz ist der Aufenthalt, Menschen steigen ein und aus. Fracht wird aufgenommen. Wir fahren nun schnell zu Tal in den gesegneten Rheingau. Weinberg liegt an Weinberg. Viele weiße Landhäuser mit schönen großen Gärten säumen die lieblichen Ufer. Im Süden begrenzt der rebenbedeckte Abfall des rehinhessischen Hügellandes unser Blickfeld. Weltbekannte Weinorte folgen aufeinander. Über den Weinhügeln am rechten Ufer steigen die bewaldeten Höhen des Taunus auf. Jenseits der neuen gewaltigen Hindenburgbrücke [Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und nicht wieder aufgebaut] laufen wir Rüdesheim an. Von steilem Hang grüßt uns das Nationaldenkmal auf dem Niederwald. Nur noch kurze Fahrt, dann rücken die Ufer enger aneinander. Wir sind in Bingen. Der Rhein tritt in das Felsentor des Binger Loches ein, nachdem er die Nahe aufgenommen hat. Wir verlassen den Dampfer. Ein anderes Mal wollen wir von Bingen stromab weiterfahren.

tBingen1929.JPG

Bingen, Blick über die Stadt und die Nahemündung in das Engtal des Rheines (Aufnahme von W. Härtel, Bingen).

11.02.03

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 2

Das goldene Mainz.

tMainz 1929.JPG

Gegenüber der Mainmündung liegt etwas abwärts am Rhein die Provinzialhauptstadt Mainz. Ein Teil der Stadt liegt im Tal, aber auch der steile Abfall des rheinischen Hügellandes ist mit Häusern bestanden. Die Stadt wird von dem wuchtigen Bau des Domes überagt. Die Stelle, an der Mainz liegt, war schon immer stark befestigt. Die Römer hatten die Höhe über Mainz schon ausgebaut. Später spielt sie in der deutschen Geschichte eine große Rolle als Festung. Die alte Stadt ist von vielen winkeligen Gassen durchzogen. Erst als man in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Wälle niederlegte, gab es Raum für eine weitläufig gebaute Neustadt. Hier verlaufen die Straßen rechtwinklig. Die Hauptstraße der neuen Stadt ist die breite Kaiserstraße.

Durch die alte Stadt zieht die verkehrsreiche Ludwigsstraße, an der das Theater und das Gutenbergdenkmal stehen. Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, hatte zu seiner Zeit das Ansehen der wohlhabenden Stadt stark gefördert.

Mainz hat eine günstige Verkehrslage. Viele Eisenbahnen laufen in seinem Hauptbahnhof zusammen. Reger Verkehr herrscht auch auf dem Rhein. Große Hafenanlagen sind vorhanden. An dem Schnittpunkt wichtiger Verkehrslinien läßt sich auch der Handel und die Industrie gerne nieder. Eine große Bedeutung hat der Weinhandel. Viele Schuhfabriken, Bierbrauereien und Schaumweinfabriken befinden sich in der Stadt.

tMainz 1929 Schustergasse.JPG

Für die Katholiken hat Mainz eine besondere Bedeutung dadurch, daß es Sitz eines Bischofs ist. Früher war es ein Erzbistum. Die evangelischen Christen haben in der Christuskirche ein prächtiges Gotteshaus. Für die Ausbildung der Jugend stehen in Mainz ein Gymnasium, eine Oberrealschule, ein Realgymnasium, eine Handelsschule und eine Studienanstalt neben vielen privaten Schulen zur Verfügung.

Bis zum Ende des Weltkrieges war Mainz eine große Garnisonsstadt. Heute müssen französische Soldaten kraft des Versailler Vertrages in den zahlreichen deutschen Kasernen liegen [sie zogen 1930 ab].

Kreuznacher Stadtarchiv reich beschenkt

Carl-Ferdinand Harrach vermachte dem Bad Kreuznacher Stadtarchiv kurz vor seinem 80. Geburtstag wertvolle Papiere, darunter eine Pergamenturkunde aus dem Jahr 1666 über eine Verhandlung vor dem Kreuznacher Stadtgericht. Weitere Highlights sind ein Verzeichnis sämtlicher Grenzsteine Sponheims von 1751 und eine Kur- und Fremdenliste.

Gefunden bei Main-Rheiner, Artikel vom 07.02.2003

Rätsel um Alzeyer Brunnen gelöst

Im Stadtarchiv von Alzey haben sich Unterlagen, Zeichnungen und alte Bauakten gefunden, die das Aussehen des Kronenplatzes Mitte des 19. Jahrhunderts beleuchten. Ralph Biewer, der seit einiger Zeit bei der Stadtverwaltung alte Akten sichtet, hat herausgefunden, dass es 1843 eine Bürgerinitiative in Alzey gab, die sich für den Bau eines Brunnens auf dem Kronenplatz einsetzte.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz, Ausgabe Alzey, vom 11.02.2003, online

10.02.03

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 1

Das Rheinhessische Hügelland.

Das Landschaftsbild. Wir verlassen das Rheintal und gehen in einem seiner Nebentäler aufwärts. Der Talboden ist breit. Die Talhänge steigen meist steil an. Erklimmen wir den Talhang, dann dehnt sich von seiner oberen Kante das Gelände leicht gewellt aus. Man ist auf einer weiten Hochfläche.

Des Waldes schattige Kühle müssen wir auf unserer Wanderung missen. Wiesen und Wälder sind im rheinhessischen Hügelland sehr selten. Die Hänge tragen meist Weinberge. Auch edle Obstarten gedeihen in großen Mengen. Das übrige Land ist Ackerland. Neben der Zuckerrübe werden besonders Gerste und Roggen angebaut.

Der Boden besteht aus Kalk, der in der Umgebung von Mainz in großen Kalksteinbrüchen abgebaut wird. Dazu kommt Sand und Mergel. Die Oberfläche des Landes ist meist mit dem fruchtbaren Löß und Lehm überkleidet. Die Wärme der Landschaft fördert die Fruchtbarkeit des Bodens. Da die Trockenheit auffallend groß ist, müssen umfangreiche Wasserleitungen für zahlreiche Ortschaften angelegt werden. Reichfließende Quellen sind nicht häufig.

Einen besonderen Reiz hat der Besuch des Landes im Herbst, wenn die Trauben reifen. Überall sehen wir in den Weinbergen fröhliche Menschen mit dem „Lesen“ der Trauben beschäftigt. Die Weinlese dauert von September bis November. Die Weine vom Rhein werden in der ganzen Welt getrunken. Sie werden nach Jahrgang und Lage sehr verschieden im Preis gewertet. Die edelsten Weine reifen an den Abhängen nach der Rheinebene hin. Oft gibt es auch Mißernten. Der Wohlstand der Weinbauern, die in freundlichen großen Siedelungen wohnen, ist oft nur scheinbar. Die Weinbauern müssen in den Weinbergen harte Arbeit verrichten wie Dungschleppen, die Weinreben schneiden und spritzen.

Weinbergarbeiter.GIF

Bild: Fröhliche Traubenlese in einem rheinhessischen Weinberg (Raum Alzey, um 1930)

Aus: Friedrich Knieriem (Studienrat an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim): Geistbeck-Bausenhardt Erdkunde für höhere Lehranstalten unter besonderer Berücksichtigung Südwestdeutschlands. Allgemeine Heimatkunde: Ergebnisse des Beobachtungsunterrichtes. Der Volksstaat Hessen und seine Landschaften. 2. Aufl. Berlin u. München 1929.

Daguerreotypie

Das Metropolitan Museum New York wird vom 23. September 2003 bis zum 4. Januar 2004 die Ausstellung "French Daguerreotypes" zeigen. Ausgestellt werden u.a. bislang unbekannte Aufnahmen der 1840er und 1850er Jahre. Ein Katalog ist in Arbeit.

Wer dann gerade nicht an Ort und Stelle ist oder nicht so lange warten möchte, um sich mit den Anfängen der Fotografie zu beschäftigen, kann sich schon jetzt die Online-Ausstellung "America's First Look into the Camera - Daguerreotype Portraits and Views 1839-1864" anschauen.

Mehr Links: daguerre.org, eine Anleitung ("Making Of") sowie eine Stellungnahme Edgar Allan Poes zur Erfindung der Daguerreotypie aus dem Jahr 1840.

"The instrument itself must undoubtedly be regarded as the most important, and perhaps the most extraordinary triumph of modern science." (E.A. Poe)

daguerre.jpg

Fliegerschicksale

Verschiedene Arbeitsgemeinschaften sind noch Jahrzehnte nach Kriegsende aktiv, um Vermißte zu finden oder Familien zusammenzuführen. Über einen aktuellen Fall bei Oranienburg berichtet Die Welt am 07.02.2003: Belgien holt einen toten Helden heim. Ein abgestürzter Jagdflieger lag fast 60 Jahre lang in einem Wald, wurde erst jetzt gefunden, identifiziert und in die Heimat überführt.

Eine ausführliche Übersicht über weitere hilfreiche Quellen bei der Suche nach Vermißten hat Peter Dege für Computergenealogie zusammengestellt.

Kinderlandverschickung

Einen spannenden Artikel hat die Süddeutsche Zeitung da abgeliefert: Heutzutage unvorstellbar, wurden unter Hitler ganze Schulklassen aufs Land gebracht (bis nach Bayern, Böhmen und Pommern). Genaue Zahlen waren bislang nicht bekannt, Schätzungen gehen von zwei Millionen Kindern aus. Professor Gerhard Sollbach hat darüber ein Buch verfaßt (Flucht vor Bomben, Lesezeichen-Verlag).

Spiegel-Serie von 2001: Die Ahnen sind online

Vor zwei Jahren stürzten sich verschiedene deutsche Magazine auf das Thema Genealogie. Die Artikel des Spiegel sind noch online erhältlich (aber kostenpflichtig, 0,40 EUR/Stück):

Teil 1: Weihnachten unterm Stammbaum
Teil 2: Ein Hobby verlässt die "Kukident-Ecke"
Teil 3: Die Rückkehr des Ahnenpasses
Teil 4: Wenn ein Kind der Klon seines Vaters ist

Familienbande

Über die deutsche Abstammung des US-Verteidigungsministers Rumsfeld berichtet ausführlich der Spiegel online. Allerdings: während Rumsfeld 1972 noch ein überraschender, aber gern gesehener Gast bei seinen deutschen Verwandten war, ist ihr Verhältnis zu ihm durch die aktuellen politischen Entwicklungen deutlich abgekühlt.

"Für uns ist das nur noch der Verteidigungsminister", sagt Margarete Rumsfeld kühl. "Und der soll um Gottes willen keinen Krieg anfangen."

Deutsche Mühlen

Deutsche-Muehlen.de - Komplette Sammlung aller Deutschen Windmühlen und Wassermühlen, so beschreibt sich die Homepage der Mühlenfreunde. So ganz vollständig scheint die Seite noch nicht zu sein (was man ja auch nicht erwarten muß), lesenswert ist jedenfalls die Mühlenkunde, die Literatur (im Mühlen-Markt) und bei Bedarf das Forum. Die Rubrik Unterhaltung mit Sprüchen und Inschriften, Geschichten, Versen und Gedichten uvm. macht Spaß ... Dort verbirgt sich auch eine Linkliste zu anderen Mühlen.

09.02.03

Originell: "Mainzer Kleinplaneten"

Da sammeln einige fleißige Astronomen Kleinplaneten im Universum, deren Namen Bezug zu Mainz haben. Nette Idee :-)

Virtueller Rheinhessen-Rundflug

Wie die Wormser Zeitung am gestrigen Samstag berichtete, wird seit kurzer Zeit eine CD mit Schräg-Luftbildern, virtuellen Rundgängen durch rheinhessische Orte und 3D-Aufnahmen angeboten. Ergänzt wird die CD mit Informationen zu Kultur und Geschichte Rheinhessens.

Kostenlos geht es auch ... Kultur und Geschichte im Rheinhessenarchiv, Luftbilder bei Rheinhessen-Luftbild.

AZ-Serie zur Familienforschung im Kreis Mainz-Bingen [Teil 3]

Mit den sudetendeutschen Familien kennt sich Theodor Müller aus Nieder-Olm besonders gut aus.

Zum ganzen Artikel ...

06.02.03

Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 13]

93) Wer ist dann der Velte-Weimertshannes, mit welchem ihr Schweine in Altensimmern gestohlen habt?

Antw. Er ist von Seibertsbach und ich vermuthe daß er noch bei seinem Vater ist.

94) Kennt ihr auch die zween Hannes von Schnellbach?

Antw. Ich kenne einen davon, aber ich weiß nicht wo er wohnt und habe auch keine Gemeinschaft mit ihm.

Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 13]"

Film und Kino der Nachkriegszeit

Der Historiker Peter Gleber hat seine Veröffentlichung "Zwischen Gestern und Morgen - Film und Kino der Nachkriegszeit in Rheinland-Pfalz 1945-1955" ins Web gestellt.

In Kapitel 3 finden sich Bilder vom Capitol in Mainz und auch von Rex und Bambi kurz nach der Eröffnung. Ein Handzettel "Das geht alle an", der 1951 in den Kirchen Triers verteilt wurde und gegen den Film "Die Sünderin" wetterte, ist ebenfalls zu finden.

Gleber schildert u.a. auch, wie der Filmvorführerschein erlangt werden konnte (die Filmmaterialien waren hochbrennbar). Das in Eich bei Worms eingerichtete Centre Technique du Cinéma nahm die Prüfungen der Filmvorführer ab.

Hermann der Winzer

tplakatinternet.jpg

05.02.03

Saulheim im Januar 1832

"Niedersaulheim, vom 12ten Januar. In dieser Woche starben zwei hiesige Bürger, die beide schon vor 7 Jahren ihre goldene Hochzeit hätten feiern können. Der Tod trennte den einen in seinem 89ten Jahre von seiner ehelichen Lebensgefährtin nach 58 Jahren einiger Ehe, der andere im 88ten Lebensjahre und 57ten seiner ersten Ehe. Beide Männer starben nach kurzem Lager ohne Leiden mit gesunden Sinnen und vollem Verstande. Noch im vorigen Herbste hatte der eine ein Feld von schwerem Thone, wozu er keinen Ackersmann finden konnte, umgespatet, der andere seine hohen Aepfel- und Birnbäume im Garten bestiegen; die Früchte zu brechen. Gegenwärtig lebt hier noch ein drittes Paar mehr als 50 Jahre in gesegneter und friedlicher Ehe. So vieler Amben aus dem nietenreichen Topfe der Ehelotterie haben sich nicht leicht andere Gemeinden, die, wie die Niedersaulheimer nicht ganz 300 Familien zählen, zu erfreuen.

Man hat bereits gelegentlich der Diskussion über das Rekrutirungsgesetz auf dem ersten Landtage bemerkt, daß die Landleute in Rheinhessen bei höherem Alter noch arbeitsfähig seien, wo es in den andern Provinzen der Fall nicht wäre. Heute lebt noch in hiesiger Gemeinde ein alter Wingertsmann von 91 Jahren, der erst voriges Jahr den Bau eines Weinbergstammes aufgegeben hat. Ein anderer Greis von 88 Jahren findet sich beleidigt, wenn einer ihm bei seiner Feldarbeit sein Alter beneidet. Zwei hiesige Wittwen haben das 90te Lebensalter überschritten, von denen die eine für eine Frau von höchstens 70 Jahren gelten könnte. So ist auch der Fall in andern Gemeinden. Voriges Jahr starb in Udenheim der 96jährige Feldschütz, man glaubt aus Verdruß, weil die Gemeinde sich seines beschwerlichen Dienstes bedankt hatte. [...]


Quelle: Johannes Neeb in: Neue Mainzer Zeitung 16/16.01.1832

Bei dem 87-jährigen Verstorbenen handelte es sich um Georg Haas sen., der am 08.01.1832 starb und am 11.01.1832 beigesetzt wurde. "Er hatte sein Leben gebracht auf 87 Jahr 3 M." Geboren wurde Johann Georg Haas am 01.04.1745 in Nieder-Saulheim; er heiratete 1773 Anna Christina Appenheimer. Sie starb nur drei Jahre nach ihrem Mann am 31.12.1834 im Alter von 83 Jahren 7 M. 16 Tag.

04.02.03

Kaiserpfalz Ingelheim

Das Online-Projekt "Kaiserpfalz Ingelheim" ist optisch und inhaltlich sehr gelungen. Unter Archäologie | Rekonstruktion | Virtuelle Rekonstruktion Aula regia kann man Beispiele der digitalen Aufbereitung der durch Ausgrabungen erworbenen Kenntnisse betrachten.

Hinter den Hauptmenüpunkten Baugeschichte, Archäologie, Denkmaltourismus, Stadtsanierung und Besucherinfo erwarten Sie noch viele weitere Informationen.

Die Allgemeine Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe übrigens über einen Multimedia-Wettbewerb, bei dem die Firma ArchimediX mit der grafischen Rekonstruktion der Aula Regia unter die ersten 24 gewählt wurde und nun im Finale der Ausscheidung steht.

Neue Domain

Wem es zuviel ist, im Browser Rheinhessenarchiv.de einzugeben, findet dasselbige nun auch unter der "Kurzform" GeneaLog.de.

Überraschung: Stadtarchiv bleibt zunächst in Alzey

Es soll nun eine eine Arbeitsgruppe gebildet werden, "die Vorschläge zum weiteren Verfahren mit dem Stadtarchiv erarbeitet. Im Juni 2003 soll dann der Stadtrat über den endgültigen Verbleib entscheiden."

Quelle: Allgemeine Zeitung, Ausgabe Alzey, vom 04.02.2003 (online)

03.02.03

Rheineis (schon wieder?)

tRheineis5.jpg

Klicken Sie auf das Bild, um sich ein nettes Detail anzuschauen: die Straßenbahn auf der Brücke.

Der Mainzer Münsterplatz 1927

tMuensterplatz1927a.jpg

02.02.03

Guillotine-Linksammlung

Beim Kellerkind gefunden: das Weblog random items offeriert eine lange Liste mit Links zur Geschichte der Guillotine. In der dort auch aufgeführten Liste (per Link) der guillotinierten Personen fehlt jedoch der Schinderhannes, aber vielleicht ist sein Name noch nicht bis nach Dänemark gedrungen.

Profi-PDFs kostenlos

Das Heft com!online bietet auf seiner neuesten Heft-CD (3/2003) einen Kurs an, mit dessen Hilfe man Schritt für Schritt Ghostscript und die Erweiterungsprogramme installieren kann.

Auswanderung nach Nordamerika aus Gebieten des heutigen Rheinland-Pfalz

Diese Veranstaltung der Atlantischen Akademie vom 14.-15.06.2003 (in Zusammenarbeit mit dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde sowie dem Amerika Haus Frankfurt) klingt interessant!

Ziel des "Expertengespräches" ist es, "[...] Familienforscher/innen und Genealog/inn/en mit Auswanderungsforscher/inne/n zusammen[zu]bringen, damit sie einander ihre Datenbestände vorstellen und deren mögliche Standardisierung und Vernetzung diskutieren können. Ein weiteres Thema soll die zunehmende Betonung individueller Lebensläufe von Auswanderern sein."

Über die Homepage der Akademie kann ein ausführliches Programm im Word-Format heruntergeladen werden.

Mennoniten

Die Canadian Mennonite Encyclopedia Online bietet eine Menge von Informationen über die Glaubensgemeinschaft und die rheinhessisch-pfälzischen Wurzeln vieler Familien. Z.B. wurden wir unter "Weierhof" 12x fündig, Ibersheim 8x, Worms 7x, Monsheim 6x, Alzey und Kriegsheim je 5x, Oberflörsheim 3x, Oppenheim 2 x, Niederflörsheim, Uffhofen und Wallertheim je 1x.

Zahlreiche mennonitische Familien, die in unserem Raum verbreitet sind/waren, sind mit eigenen Artikel vertreten: Bachmann, Baumann, Bergey (Berke), Burkholder, Clemens, Dettweiler, Eby, Eschelmann, Eymann, Guth (Good), Hege (Hegi), Hershey, Hertzler, Hiestand, Hirschberger, Hostetler, Huber (Hoover), Joder (Yoder, Jotter), Jutzi, Kauffmann, König (King), Kolb, Krehbiel, Landes, Latschar, Lehmann, Lichti, Nafziger, Stauffer, Weber (Weaver), Witmer usw.

01.02.03

Die Römer und ihr Erbe

Am morgigen Sonntag, dem 02.02.2003 wird um 11.00 Uhr im Landesmuseum Mainz die Ausstellung "Die Römer und ihr Erbe" eröffnet.

Mehr dazu in der Allgemeinen Zeitung.

Stadt Alzey will Akten auslagern [Nachtrag]

Am 24.01.2003 meldete die Allgemeine Zeitung, daß geplant sei, das Alzeyer Stadtarchiv nach Speyer auszulagern (wir berichteten).

Nun haben sich auch Altstadtverein, Altertumsverein und der Verein für Postgeschichte in Rheinhessen gegen die Abgabe des Stadtarchivs nach Speyer ausgesprochen.

Den ganzen Artikel gibt es wie immer online.

Reisendes Wachsfigurenkabinett in Mainz

Das sogenannte "Panoptikum" (griech.: alles zur Anschauung bringende Anstalt) erfreute sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert großer Beliebtheit. Es handelte sich dabei um Sammlungen verschiedener Gegenstände, "die hauptsächlich Wachsfiguren, daneben aber auch historisch, kulturgeschichtlich und ethnographisch interessante Gegenstände enthalten und Schaustellungen verschiedener Art (von Angehörigen fremder Völker, von Abnormitäten u. dgl.)" umfaßten (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Bd. 15, Leipzig u. Wien 1907, S. 364). Ziel dieser Ausstellungen war es, den Zuschauern mittels "naturalistische[r], ja hyperrealistische[r] Skulpturen seines Körpers" eine Illusion zu bieten: "die körperliche Identifikation mit ihrem Vorbild" (Ausstellung "Ebenbilder").

Eine solche Schau wurde den Mainzer auf der Ostermesse 1840 geboten. Der Schausteller Wilhelm Goldenbaum kündigte sein fahrendes Wachsfigurenkabinett in der Mainzer Zeitung vom 27. März 1840 wie folgt an:

"Mit hoher obrigkeitlicher Bewilligung, hat der Unterzeichnete die Ehre, ein bisher noch nie gesehenes mechanisches Automaten-Kabinet in der hierzu eigens errichteten Bude auf dem Gutenbergsplatze während der künftigen Oster-Messe aufzustellen. Die Figuren sind von Wachs in Lebensgröße und im Nationalkostüme.

1) Aus Afrika: Einwohner der Goldküste in Ober-Guinea. 2) Aus Australien: Einwohner von den Freundschaftsinseln. 3) Aus Amerika: Ein Grönländer oder Eskimo von Spitzbergen in seiner Kleidung. Diese Figur zeigt einen besonders künstlichen Mechanismus. Der Eskimo ist mit Verzehren eines Fisches begriffen. 4) Hottentotten: Mann und Weib. Er ist der Anführer eines Hottentottenstammes. 5) Mehrere musizirende Figuren. 6) Salomons Urtheil über die zwei Mütter. 7) Mechanische Gruppe aus den Schreckbildern der Walpurgisnacht. 8) Die Flucht der Madonna mit dem Kinde nach Aegypten. 9) Der zwölfjährige Jesusknabe belehrt die Schriftgelehrten im Tempel zu Jerusalem. 10) Die Hochzeit zu Kanaan in Galiläa. 11) Die Taufe Christi durch Johannes im Flusse Jordan. 12) Jesus wird dem Volke vorgestellt. 13) Das heilige Abendmahl. 14) Die Kreuzabnahme des Heilandes. 15) Das von den 4 Wächtern umgebene Grab Christi. 16) Engel stimmen eine erhabene Musik auf dem Terpodeom an.

Das Kabinet ist von Morgens 9 Uhr bis Abends 10 Uhr geöffnet. Eintrittspreise: 18 kr., 12 kr., 6 kr.

Wilhelm Goldenbaum."

Ergänzende Links:
Panoptikum: Das Wachsfigurenkabinett in Hamburg mit virtueller Tour
Anatomie-Professorin im 18. Jahrhundert

AZ-Serie zur Familienforschung im Kreis Mainz-Bingen [Teil 2]

Diesmal wird das Rheinhessenarchiv vorgestellt.

ml-azartikel.jpg

Bitte selber lesen!