31.01.03
Stresemann-Ehrenmal Mainz

Bild der Einweihung (5. Juli 1931) am Mainzer Fischtorplatz.
Die Grundsteinlegung erfolgte ein Jahr zuvor am 6. Juli 1930, obwohl die Finanzierung der 120.000 Mark für die Baukosten noch nicht gesichert war.
Bei dem von den beiden Mainzer Architekten Carl Hensel und J. Freitag entworfenen Ehrenmal handelte es sich um eine 24 Meter breite und 9 Meter tiefe Anlage, deren Mittelteil eine Höhe von 7,5 Metern erreichte. Das Ehrenmal war in einen Mittelblock von 12 Metern sowie zwei Pilasterhöfe von jeweils 6 Metern Breite gegliedert. Das gesamte Bauwerk bestand aus fränkischem Muschelkalk, der bei Würzburg gewonnen wurde. An den Außenmauem waren die Inschriften „Dem Andenken Gustav Stresemanns", „Der Freiheit der Rheinlande", „Der Größe des deutschen Vaterlandes", „Errichtet von dem dankbaren deutschen Volke 1930/31" sowie ein 4.20 Meter breiter und 4.50 Meter hoher Reichsadler angebracht. Zum Dom hin schloß sich eine Rasenfläche an, an deren Ende ein heute noch vorhandener Brunnen mit der Inschrift „Zum Schmuck der Vaterstadt errichtete diesen Brunnen der Verschönerungsverein Mainz im Befreiungsjahr 1930" steht. Das Innere des Ehrenmals war mit rot gemasertem Marmor verkleidet und der Fußboden mit schwarz-weiß gemustertem Marmor ausgelegt. Eine vom Mainzer Bildhauer Ludwig Lipp angefertigte Stresemann-Büste stand in der Mitte der Längsseite. Die zweite Längswand gegenüber der Büste schmückten der Reichsadler, die Wappen der Städte Mainz und Berlin sowie die Wappen der befreiten rheinischen Länder. Vor dieser Wand befand sich noch eine Marmorbank, die der Deutsche Burschenbund gestiftet hatte. Zwei schwere Bronzetüren, gespendet von der Stadt Berlin, verbanden die Ehrenhalle mit den Pilasterhöfen. Die einzige lichtdurchlässige Öffnung des Ehrenmales bildete ein rechteckiges Dachfenster in der Ehrenhalle. Das gesamte Stresemann-Ehrenmal sollte dem würdigen Gedenken dienen, und trotz seiner beachtlichen Maße blieb es dennoch in einem Rahmen, der dieses Gedenken nicht ins Bombastische abgleiten ließ.Quelle: Michael Brodhaecker, Das Stresemann-Ehrenmal in Mainz; (Bild: privat)
Nach Hitlers Machtübernahme sollte das Ehrenmal zunächst umgestaltet werden. Diese Pläne wurden jedoch nicht verwirklicht, das Ehrenmal verwahrloste in kurzer Zeit und verschwand schließlich.
Jauner und anderes Gelump im 18. und 19. Jahrhundert
Martin alias Hotzeltotzel (???) hat auf seiner Homepage allerlei zum Schinderhannes zusammengetragen. Eine ausführliche Biographie, ein Orts- und Namensverzeichnis und die "Jaunerakte" des Bückler, Johannes.
Hier geht es zur Schinderhannes Übersicht.
Nummernschildmuseum
Im Nummernschildmuseums kann man virtuell herumlaufen, alte Nummernschilder identifizieren lassen oder selbst anhand einer Liste herausfinden, wann und wo genau ein Auto in der Zeit zwischen 1906 und 1945 zugelassen war. Tatsächlich gab es auch schon Nummernschilder für Pferdedroschken ...
Unrecht und Recht
Kriminalität und Gesellschaft im Wandel 1500-2000
Unter dieser Überschrift zeigt das Landeshauptarchiv eine virtuelle Ausstellung auf ihrer Homepage.
Die Miniatur-Ausstellungstafeln können angeklickt und vergrößert werden. Ein weiterer Klick Text einer Tafel öffnet ein Pop-Up, in dem man nun den entsprechenden Absatz lesen kann.
Themen sind Unrecht und Recht, Hexen, Weinverfälschung, Räuberbanden (mit Schinderhannes), Alltagskriminalität, Kriminalisierung politischen Handelns, Mord, Träger der Strafverfolgung, Rechtsgrundlagen, Strafprozesse, Strafvollzug, Sondergerichte und das Oberamt Ottweiler.
Weiterhin hat die Landesarchivverwaltung einen umfangreichen Schinderhannes-Artikel anzubieten, der auch gleich auf die im Archiv vorhandenen Quellen verweist. Die Abbildungen lassen sich vergrößern und zeigen das bekannte Schinderhannes-Portrait oder einen Auszug aus dem Vernehmungsprotokoll des Johann Adam Zervas.
30.01.03
Neues von der PDF-Front
Zur CeBIT erscheint die Software maxx Archiv Standard auf dem deutschen Markt. Dieses Programm soll "PDF erzeugen und für eine einfache und logische Dokumentenablage sorgen".
Weiter heißt es:
"Dokumente, die Sie an Ihren Drucker senden, werden im Hintergrund zur PDF-Datei gewandelt und archiviert.
Permanente, automatische oder wahlweise Archivierung aller Ausdrucke.
Einfaches Wiederfinden der archivierten Dokumente per Index und Volltextsuche.
Generierte PDF-Dateien können beliebig weiterverwendet werden."
Die Software wird bei SienerSoft für 56,00 EUR angeboten. Leider hüllt sich die Homepage von gotomaxx noch in Schweigen, was das neue Produkt angeht. [Gefunden in der neuen CHIP 3/2003]
Heute vor 70 Jahren in Rheinland-Pfalz
Die Reaktion auf die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war in dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz sehr unterschiedlich. Während die Machtergreifung z.B. in Koblenz öffentlich kaum kommentiert wurde und es in der Bevölkerung auch deutliche Zeichen der Zustimmung gab, kam es in Städten wie Mainz und Ludwigshafen zu Massenkundgebungen und heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Nationalsozialisten und linken Kräften. Es zeigte sich allerdings sehr schnell, dass die Durchsetzung der nationalsozialistischen Diktatur auch von diesen oppositionellen Kräften nicht aufzuhalten war. [...]Quelle: Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz
29.01.03
Anatomie-Professorin im 18. Jahrhundert
Entgegen der Proklamation der "Aufklärung" – alle Menschen seien von Natur aus gleich – verschlechterten sich die Bedingungen für Wissenschaftlerinnen im Verlauf des 18. Jahrhunderts zusehends. [...] Anna Morandi Manzolini gilt als eine der wenigen Präparatorinnen anatomischer Modelle, die auch heute noch ein Begriff sind. Ab 1760 war sie Professorin für Anatomie an der Universität Bologna, wo ihr der Titel "modellatrice" verliehen worden ist.Die Technik der Herstellung anatomischer Modelle aus Wachs war bereits an der Schwelle vom 16. zum 17. Jahrhundert entwickelt worden und erreichte in Italien und Frankreich des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. [...]
Quelle: dieStandard.at
Feldpost im 2. Weltkrieg [Teil 2]
Sechs Jahrzehnte nach Stalingrad taucht noch immer verschollen geglaubte Feldpost auf. Die deutschen und russischen Soldatenbriefe enthalten trotz Zensur verblüffende Wahrheiten über die größte Schlacht und das größte Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Einige der Dokumente aus der Hölle von Stalingrad sind mittlerweile im Web verfügbar - unverzichtbares Material für eine neue Militärgeschichtsschreibung "von unten".Quelle: Der Spiegel online
Ausstellung zum Schinderhannes
Die Arbeitsgemeinschaft Rheinhessischer Heimatforscher e.V. bietet am 30.08.2003 eine Sommerexkursion nach Morbach an. Neben einem Besuch im neugeschaffenen "Vicus Belginum" ist auch der Besuch im Holzmuseum (mit Schinderhannes-Ausstellung) geplant.
Der Jahresbeitrag der Arbeitsgemeinschaft ist mit 5 EUR erschwinglich. Geboten werden zwei preisgünstige Exkursionen und eine ortsgeschichtliche Tagung pro Jahr. Die Vorträge der Tagungen werden im "Mitteilungsblatt zur Rheinhessischen Landeskunde" veröffentlicht (für Mitglieder kostenlos).
Mehr Infos über die Arbeitsgemeinschaft sind im Regionet History zu finden (Menü Teilnehmer, dann Teilnehmer von A bis E).
Archivierungmethode ML
In den vergangenen Monaten wurde die Linksammlung um eine Rubrik PDF und etliche Links zu PDF-Software ergänzt. Auch im Weblog sind Artikel zum Thema vorhanden.
Es folgt eine Zusammenfassung meiner Erfahrungen mit diversen PDF-Treibern und eine kurze Darstellung meiner privaten Archivierungsweise für Online-Artikel.
Jaws PDF-Creator habe ich testweise installiert, aber leider nur bruchstückhaft deinstallieren können (110 USD). Für die schlichte Archivierung ist der Treiber zu teuer. Zweckmäßig ist die Anschaffung eher für Leute, die ihre PDF-Dateien auch veröffentlichen möchten (oder drucken).
Der PDF-Mailer funktioniert prima, hat aber wenig Optionen und eine Werbezeile am oberen Rand jeder PDF-Seite (Freeware).
Von G-Data ist nach dem Programm PowerPDF für ca. 40 EUR nun auch PowerPDF professional erhältlich (ca. 60 EUR). Der Unterschied zwischen beiden Versionen liegt in den Sicherheitsfunktionen oder bspw. des Verbindens von Druckjobs in der PRO-Version (Datenblatt als PDF). Ich war sehr geneigt, mir dieses Produkt zu kaufen, bis ich bei Amazon einen Bericht las, wonach die PRO-Version starke Qualitätseinbußen der erzeugten PDF-Dateien aufweist, wenn die Sicherheitsfunktionen benutzt werden.
Schließlich bin ich bei PDF-XChange hängen geblieben, das mich wirklich überzeugt hat. Die Auflösung ist bis 2400 DPI möglich; Verschlüsselung und Wasserzeichen, makro-basiertes Speichern, Anhängen an vorhandene PDFs, Beschreibung der Datei usw. - alles ist drin und funktioniert prima. Für weniger als 40 USD (bei den derzeitigen Kursen) ein Schnäppchen.
Die Organisation der PDF-Dateien machen RoboPDF Organzier und PaperPort für mich. Mit der letztgenannten Software ist eine Volltextrecherche möglich.
Online-Inhalte, die ich in einer gut lesbaren Fassung aufbewahren möchte, speichere ich als PDF (praktisch, wenn viel Werbung auf einer Seite ist: nur markierten Text "drucken") in einen Ordner, der nur PDF-Dateien aufnimmt. In den Dateieigenschaften gebe ich aussagekräftige Daten und Stichworte ein, auch die Zeitungsausgabe und das Datum. Den genauen Link der Fundstelle entnehme ich dem PDF an der Fußzeile, ebenso das Datum des Drucks. Damit kann ich ggf. jederzeit korrekt zitieren, wenn ich einen Artikel verwenden möchte.
Das ganze Verzeichnis kann problemlos auf CD gesichert werden.
Denkbar wäre übrigens auch, ein passwortgeschütztes Weblog einzurichten, Artikel per PDF zu sichern, hochzuladen und im Weblog (verlinkt) zu verschlagworten. Durch Kategorien und verschiedene Ansichten könnte man sich ein gutes privates Nachschlagewerk schaffen.
28.01.03
Leichenpredigten
In der Datenbank AVANTI der Herzog August Bibliothek können Leichenpredigten recherchiert werden. Die Bedienung ist ungewöhnlich, weshalb man unbedingt die Anleitung unterhalb der Suchmaske lesen sollte.
3sat Themen der Sendereihe "Nano"
Sämtliche Themen der Sendung "Nano" bei 3sat sind online archiviert. Die Themen gehen quer Beet, sind aber durchaus inspirierend (Beispiele: Genealogie der Isländer, Altägyptisches Wörterbuch, Buchrestaurierung oder Wissenschaftsfreiheit). Jedes Thema ist ansprechend gestaltet und mit weiteren Links versehen. Eine Volltextrecherche ist ebenfalls möglich.
Leider ist die Homepage mit Frames schlecht direkt anzusteuern. Da hilft nur, http://www.3sat.de/index.html aufzurufen und sich in der horizontalen Navigationsleiste über "nano" zum Schlagwortverzeichnis zu hangeln.
Drey hundert und drey und dreyßig Genealogische Tabellen
Digitalisiert in 367 Dateien, einzeln oder gesamt (49,56 MB gepackt) herunterzuladen.
Sehr hübsch der Titel im Originalwortlaut:
"Johann Hübners, Rectoris des Fürstlichen Gymnasii zu Merseburg, Drey hundert und drey und dreyßig Genealogische Tabellen, Nebst denen darzu gehörigen Genealogischen Fragen, Zur Erläuterung Der Politischen Historie, Mit sonderbahrem Fleiße zusammen getragen, Und vom Anfange der Welt biß auff diesen Tag continuiret. Nebst darzu dienlichen Registern. Mit Königl. und Churfl. Sächsischem sonderbahrem Privilegio. Im Jahr 1708. "
Quelle: Die Datenbank Miami der Uni Münster, gefunden über Netbib
Rechnungsforschung
Fast schon ein Weblog ist Computatio. In den Beiträgen werden Veröffentlichungen oder Projekte vorgestellt, die sich z.B. mit historischen Rechnungen, Inventaren, Schadensverzeichnissen, mit Wirtschaftsführung oder Handwerkerrechnungen befassen.
Archivare und Wein werden mit zunehmendem Alter immer besser,
... soll Dr. Wolfgang Dobras, Nachfolger von Friedrich Schütz, dem langjährigen Leitenden Archivdirektor des Mainzer Stadtarchivs und "Herrn über rund 7000 laufende Aktenmeter" (ihm wurde der neueste Band der Mainzer Zeitschrift gewidmet, wir berichteten), gesagt haben. Seine Absicht ist es, "das Stadtarchiv als das historische Informationszentrum noch mehr ins Bewusstsein der Bürger einzubringen".
Mehr zur Amtseinführung bei Main-Rheiner.
Zum Mainzer Stadtarchiv online ...
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 12]
90) Wer ist dann der Peter Rees von Lauschid?
Antw. Er nennet sich gerade aus Reesgen und ist in den Gefängnissen zu Kölln gestorben.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 12]"27.01.03
Frauenpower!
Regina Auf'm Kampe hat ein hypermodernes Genealogie-Portal unter PHP-Nuke auf die Beine gestellt. Ihre Linksammlung ist ebenfalls beachtlich.
Handbuch für jüdische Auswanderung
Der "Philo-Atlas. Handbuch für die jüdische Auswanderung", 1938 nach der Pogromnacht erschienen, liegt seit einiger Zeit als Reprint vor. Andrea Übelhack stellt das Werk, das "für viele deutsche Juden die erste Quelle für wichtige Basisinformationen" bot, bei Hagalil.com vor.
Gedenktag
Am heutigen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus möchte ich auf die Homepage des "Fördervereins Projekt Osthofen" hinweisen. Winfried Seibert hat dort einen Beitrag über "Antisemitismus in Rheinhessen im 19. und 20. Jahrhundert" veröffentlicht.
Der Gedenktag wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog begründet. Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (1945).
Ortsdokumentation Eich
Die Allgemeine Zeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe vom 21.01.2003 über das neue Ortsbuch der Gemeinde Eich. Auf 260 Seiten beschreibt der frühere Bürgermeister Günter Reich, was er über die Eicher Straßen, die Grundstücke, Gebäude und die Eigentümer in den Jahren von 1700 bis 1950 in zweijähriger Arbeit in Erfahrung bringen konnte.
"Der Heimatforscher entdeckte dabei eine Reihe von bisher nicht bekannten Fakten. So befand sich etwa die erste "Kleinkinderschule" am nördlichen Ende der Kuhgasse, in der Herrngasse stand die katholische und in der Metzgergasse die evangelische Schule. An der Stelle eines heutigen Parkplatzes in der Rathausgasse, wo früher einmal das Kino war, befand sich die erste katholische Kirche. Die Arbeit von Reich führte dazu, dass nun Familien die Spuren ihrer Eicher Vorfahren auch darauf zurückführen können, wo diese einmal gewohnt haben."Leider steht in dem Artikel nicht, ob und wo das Buch erworben werden kann.
Skelett des Schinderhannes auf Wanderausstellung
In der heutigen Ausgabe der FAZ (Bericht online nur für Abonnenten kostenlos abrufbar) berichtet Eckart Kauntz über eine Wanderausstellung, auf der das Skelett des "Schinderhannes" sowie das bei der Hinrichtung verwendete Fallbeil zu sehen sind. Zur Zeit werden die illustren Exponate im Regionalmuseum "Leben und Arbeiten" zu Nastätten ausgestellt ("Schinderhannes" wurde (wahrscheinlich 1777) als Johann Bückler im benachbarten Miehlen geboren). Im Laufe des Jahres werden sie noch an seinen Wirkungsstätten Simmern und Morbach sowie an seinem Hinrichtungsort Mainz zu sehen sein.
Der Bericht geht auch auf die wechselnde Geschicke der Gebeine des Schinderhannes ein. So diente der Körper dem Mainzer Mediziner Jacob Fidelis Ackermann, über den wir jüngst berichteten, als Untersuchungsobjekt. Er verbrachte ihn 1804 an seine neue Wirkungsstätte Heidelberg, wo er sich noch heute in der Anatomie der Universität befindet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Skelett nach Frankfurt ausgeliehen und kopflos zurückgereicht (der Schädel ging in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs zugrunde). Seitdem ist das Gerippe mit einem anderen Schädel versehen. 1983 versuchte der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs vergeblich, unter dem Motto "Rettet die Gebeine des Schinderhannes" und - wie Kauntz schreibt - "unter Androhung einer Entführung" die Rückkehr des Skeletts nach Mainz zu erreichen.
26.01.03
Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz
Der Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz einen neuen Stadtführer "Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz" herausgegeben. Preis: 3,00 EUR; erhältlich im Buchhandel oder beim Verein.
Hermann Josef Faber: Notar und Dichter mit Hintersinn
Unter den Grabsteinen auf dem alten Binger Friedhof (in der Nähe der Fachhochschule) findet sich ein Exemplar aus dem frühen 19. Jahrhundert mit einer Inschrift, die viele Jahre Rätsel aufgab:
"Wohl auch die stille Häuslichkeit
Ist eines Denkmals werth!
Ihr sei es hier von mir geweiht.
Und wer die Tugend ehrt,
Auch in dem einfachen Gewand,
Mir, meinem Schatz ist er verwandt!"
Erst nach langer Zeit wurde der Hintergrund des Spruchs gelüftet, der nur vordergründig die Trauer eines hinterlassenen Witwers ausdrückt. Liest man das jeweils erste Wort in jeder Zeile von oben nach unten, ergibt sich statt dessen die wenig schmeichelhafte Aussage: "Wohl ist Ihr und auch mir". Details ... "Hermann Josef Faber: Notar und Dichter mit Hintersinn"
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 11]
87) Gebt uns die Leibesbeschreibung von dem scheelen Franz, welcher, eueren Antworten auf die vor dem Jury-Direktor geschehenen Fragen nach, sich in den Gefängnissen von Mannheim befinden soll?
Antw. Dieser Mann ist von Lindenfels nach Mannheim geführet worden; er streicht auf den Märkten mit gemeinen Krämerwaaren herum; er hat gemeiniglich einen Esel und einen Karren bei sich; er muß noch einen halb-leinenen Rok tragen, welchen ich ihm schenkte. Es ist ein großer starker Mann welcher einäugig ist oder vielmehr ein Aug kleiner als das andere hat, runde dunkelbraune Haare, rothen Bart, und eine dike Nase hat. Es ist ohngefähr drei Jahre, daß er in der Gegend von Worms auch einen Diebstahl begangen hat. Seine Kameraden sind von dem Tribunal vom Donnersberg auf vierzehen oder sechzehen Jahr in die Eisen verurtheilt worden, er ist aber entwischt.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 11]"Mainzer Zeitschrift 2001/2002
Der Mainzer Altertumsverein gibt zusammen mit dem Landesmuseum, der archäologischen Denkmalpflege, dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek Mainz im Zwei-Jahres-Rhythmus die Mainzer Zeitschrift - Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte heraus.
Band 96/97 (2001/2002) ist erschienen und das Inhaltsverzeichnis kann über die Homepage des Vereins online eingesehen werden.
25.01.03
Laurenziberg
Der Laurenziberg / Ortsteil von Gau-Algesheim / Rheinhessen hat eine eigene Homepage. Schau an!
Serien im AZ-Archiv bleiben zugänglich
Das habe ich doch lange Zeit glatt übersehen: Im Online-Archiv der AZ sind bestimmte Serien noch nach Jahren abrufbar, so z.B. die Serie "Ingelheimer Familien" vom Januar 2002, "Die Genickschüsse von Kloppenheim" (ebenfalls 01/2002), "Erinnerungen eines Dorfschulmeisters" aus dem Mai 2002 und noch viele weitere Themen mehr. Leider fehlen aber auch Beiträge wie bspw. die Serie über Heimatmuseen im Kreis Mainz-Bingen.
Ebenfalls online erhältlich sind diverse Sonderbeilagen seit 2002.
Jahresrückblicke
Am 24.01.2003 lagen Teilausgaben der AZ die Beilagen "Chronik Alzey 2002" bzw. "Chronik Bingen/Ingelheim 2002" bei, die auch online als PDF-Dateien abrufbar sind.
Metzger und Fuhrleute vor hundert Jahren
Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG) in Gau-Algesheim bietet in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Rheinhessen erneut "Mundartliches aus der Geschäftswelt vor hundert Jahren; Geschichte und Geschichtchen aus Handel, Handwerk und Gewerbe in Gau-Algesheim" am kommenden Dienstag, den 28. Januar, um 20 Uhr, im Saal des Rathauses der Stadt am Gau-Algesheimer Marktplatz an.Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung vom 25.01.2003 (Online-Artikel)
AZ-Serie zur Familienforschung im Kreis Mainz-Bingen
Die Allgemeine Zeitung Mainz hat heute eine neue Serie begonnen. Vorgestellt werden Familien- und Heimatforscher aus dem Kreis Mainz-Bingen.
Den Anfang macht der Essenheimer Stefan Mossel, dessen umfangreiche und interessante Homepage www.mossel.de unbedingt einen Besuch wert ist. Stefan Mossels Forschungsgebiet ist nicht auf Essenheim beschränkt, seine Schwerpunkte liegen u.a. auch auf Stadecken und Wörrstadt.
Nepper, Schlepper ... [Teil 2]
Heft 60 (Winter) der Vereinsmitteilungen der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung mit Sitz in Darmstadt berichtet über gleich zwei Fälle von Genealogiebetrug.
Unter dem Titel "Gott verschone uns vor solchen US-amerikanischen Machwerken à la Halbert's Familien-Jahrbuch" nimmt Dr. G. W. Jungblut das "Jahrbuch der Jungblut-Familien International" näher unter die Lupe, das er für 89 DM beim Verlag Numa Corporation in Bath/Ohio erwarb. Sein Fazit: "ein Buch, das niemand braucht, seinem einzigen Grund nach zur Bereicherung des Herstellers dient". Weiter zitiert Jungblut blacksheep.rootsweb.com, wo es zum Verlag heißt: "Halbert's of Bath/Ohio is a subsidiary of Numa Corp., which condones and promotes the illegal and unethical activities of Halberts and many other pseudonyms of the same confidence game".
Noch dreister ist ein Fall, den Dr. Axel W. Gleue schildert. Er bestellte "Die einzigartige Chronik des Gleue Geschlechts" von Wilhelm P. von der Aa für knapp 50 Euro, die neben allgemeinen "wertlosen Auslassungen" eine Liste von 1000 Geburtsdaten vermeintlicher Namensträger enthielt. Eine Überprüfung der Daten ergab, daß sämtliche Einträge sich auf Namensträger Rusche bezogen, die - wohl per Mausklick - einfach in Gleue verändert wurden. Gleue erstattete Strafanzeige.
[Zum Artikel Nepper, Schlepper ... Teil 1]
Unter den weiteren Beiträgen der Vereinsmitteilungen findet sich u. a. ein lobendes Porträt des landeskirchlichen Archivs Kassel der Evangelischen Kirche von Kurhessen und Waldeck. Die dortigen Sperrfristen (Taufen 100 Jahre, Konfirmationen 85 Jahre, Trauungen 60 Jahre, Beerdigungen 30 Jahre) sind - verglichen mit den Bestimmungen des Personenstandsgesetzes und den Benutzerordnungen anderer kirchlicher Archive - sehr liberal.
24.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 10]
Fortsezzung, zu Mainz den 13ten Messidor zehnten Jahrs
82) Habt ihr keine andere Mitschuldige mehr anzugeben?
Antw. Die zwei Gebrüder Christoph und Konrad Ekard, haben noch zween Schwäger, welche sich der kleine Georg und der dike Hannes nennen; sie wohnen zu Eisenbach bei Obernburg an dem Main, führen Handel und haben schon etliche Diebstähle an mit Waaren beladenen Wägen begangen; unter andern haben sie einen ähnlichen Diebstahl mit besagten zwei Ekard verflossenes Jahr, bei Hanau begangen.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 10]"Namensforschung
Behind the Name - the Etymology and History of First Names ist ein englischsprachiges Online-Lexikon für Vornamen. Die enthaltenen Namen sind aber nicht auf den englischen Sprachraum beschränkt, so gibt es beispielsweise auch Rubriken für spanische, biblische, deutsche oder indische Namen. [Via The Scout Report, Ausgabe vom 24.01.2003]
PDF-Suchmaschine und mehr
Dokumente im PDF-Format sind bekanntlich schwer im Kommen. Wer die Kosten für Adobe Acrobat scheut, weicht auf Freeware aus oder wählt ein (immer noch preisweiteres) kommerzielles Produkt. Für Testläufe oder zeitlich begrenzte PDF-Produktionen kann man auch bei Adobe direkt Dokumente konvertieren lassen. Meine Erfahrungen mit diesem Dienst waren durchaus gut.
Adobe bietet ebenfalls, und das war mir neu, eine PDF Online-Suche an. Indiziert sind ausschließlich PDF-Dateien im Internet. Ein spontaner Test, doch die Enttäuschung folgt sofort: erst fällt auf, dass Adobes Suchmaschine in den Ergebnissen mit Umlauten nichts anfangen kann, dann auch noch, dass viele Links alt oder gar veraltet sind. Schade. Dann wird man weiterhin die Google-Suche benutzen, die ebenfalls PDF-Dateien indiziert.
Nachtrag: Bei goBCL kann man ebenfalls kostenlos und unbegrenzt Dateien online konvertieren (maximale Größe 500K). Das Ausgabeformat ist entweder PDF oder HTML. Habe ich noch nicht probiert, aber es ist gut zu wissen, dass es diesen Dienst gibt. Wenn jemand der Besucher hier mit goBCL Erfahrungen gesammelt hat, wäre ein kurzer Bericht in den Anmerkungen eine nette Geste ...
Nachtrag 2: Das deutschsprachige Weblog PDFNews hat das Internet zum Thema PDF voll im Griff.
Stadt Alzey will Akten auslagern
Das Archiv der Stadt Alzey soll in das Landesarchiv nach Speyer verlegt werden. Bislang sind die mehr als 200 Meter Akten und über 1000 Archivboxen im Keller des Rathauses und im Museum untergebracht. Weil die Räume dort aus allen Nähten platzen und sich die Stadt keinen Archivar leisten kann, sollen die Experten in Speyer nun Ordnung in die Aktenberge bringen.Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung vom 24.01.2003, (Onlineversion)
23.01.03
Kulturland Rheinland-Pfalz
Kulturland Rheinland-Pfalz: Eine gute Informationsquelle zu kulturellen Veranstaltungen in unserer Region. Nicht neu, aber immer aktuell.
Auch dort gefunden: Die Ausstellung über den Bretzenheimer Goldschatz im Mainzer Stadtarchiv läuft nur noch wenige Tage!
Internet-Archiv der jüdischen Familien im mitteleuropäischen Raum
Bei Centropa entsteht ein riesiges Online-Archiv, "das der Historiker Tom Segev in der israelischen Tageszeitung Ha'aretz bereits als "das größte jüdische Museum der Welt" bezeichnet hat", wie die ZEIT vom 23.01.2003 auf Seite 45 berichtet. Geplant ist die Erfassung von ca. 1.500 Familiengeschichten und 85.000 Fotografien. Die Datenbank ist bereits im Einsatz und nicht einfach eine Bilder-Sammlung. Zu jedem Bild in den Suchergebnissen gibt es ausführliche Hintergrundinformationen.
Der ganze Artikel ist auch online abrufbar.
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 9]
72) Sagt mir auf welche Art der Hottenbacher Diebstahl begangen ist worden, ob ihr während dem Diebstahl so viel Lärm gemacht habt, daß die Bewohner des Dorfs dadurch aufgeweckt werden konnten und auf welche Summe die gestohlenen Effekten sich belaufen könnten?
Antw. Als wir an das Haus des Juden zu Hottenbach gekommen waren, welcher neben dem Dorf wohnet, war es eilf Uhr vorbei; ich klopfte an der Thür; der Jud fragte mich durch das Fenster was man wollte; ich antwortete daß ich es wäre: daß er aufmachen und mir ein Glas Brandwein geben sollte; er that es ohne einige Schwierigkeit. Ich gieng mit Johann Laiendeker und Peter Dalheimer ins Haus, der erstere bewachte die Person des Juden und Peter Dalheimer machte sich mit mir an die Auslerung des Kramladens; während wir in dem Hause waren, wollte ein Jud der nicht weit vom bestohlenen Haus wohnte aus dem seinigen gehen, wurde aber von Philipp Arnold von Argenthal aufgehalten und zur Hergabe seiner Uhr gezwungen; der Nachtwächter kam auch dazu, wurde aber von meinen wachthabenden Kameraden an und bis zur geendigten Verrichtung zurück gehalten. Nachdem der Diebstahl vollbracht war, haben wir die Juden und den andern welchem Philipp Arnold die Uhr abgenommen hatte in des erstern Keller eingeschlossen und den Wächter losgelassen.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 9]"22.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 8]
63) Hat der Müller Jakob von Eisenbach nicht einen Sohn?
Antw. Ich weis es nicht, dann er war nur acht Täge bei mir.
64) Habt ihr niemal keine Verbrechen mit einigen der Birkenfelder Bande begangen?
Antw. Nein, mit Ausnahm des Müller Jakob von Eisenbach, und einem Namens Benzel, - welche ehemals einen Theil dieser Bande ausmachten.
Ahnen zählt der Deutsche gern
Wer sich für Wappen und ihre Geschichte interessiert, will vielleicht auch dieses Buch lesen:
Kilian Heck, Genealogie als Monument und Argument - Der Beitrag dynastischer Wappen zur politischen Raumbildung der Neuzeit, Deutscher Kunstverlag, München 2002, 328 S., 164 S/W-Abb., br., 34,80 EUR.
Es handelt sich hierbei um die Dissertation des Kunsthistorikers Heck, die in der heutigen Druckausgabe der FAZ auf S. 34 besprochen wird.
21.01.03
Hofrat Ackermann
"Oftmals gesellte sich auch der erwähnte berühmte Arzt, Hofrat Professor Jacob Fidelis Ackermann (1765-1815) zu den Gästen. Dieser zeichnete sich nicht nur durch große Gelehrtheit, sondern auch durch eine enorme Körperfülle von 300 Pfund aus. Seine Waden waren so dick, daß er seine Strümpfe bequem auch als Zipfelmütze tragen konnte. Dennoch war er recht behend, konnte weite Strecken auf einem Bein hüpfen und dazu noch fröhlich pfeifen. Nach seinen Studienjahren in Würzburg und Mainz wurde er Professor für Medizin, Anatomie, Physiologie und Botanik in Mainz, Jena und schließlich Heidelberg. Die Heidelberger Universität ehrte ihn nicht nur mit einem eigenen Denkmal, sondern besitzt von ihm noch heute eine besondere Rarität, nämlich das Skelett des berüchtigten Räuberhauptmanns Schinderhannes, das Ackermann erstmals ohne Zuhilfenahme von Drähten, nur von den Sehnen gehalten, präparierte."Quelle: "Notizen aus dem Stadt-Archiv", Beiträge zur Rüdesheimer Stadtgeschichte, herausgegeben von Stadtarchivar Rolf Göttert, Ausgabe Nr. 036
Bei der Gelegenheit darf ich gleich auf das ganze lesenswerte Online-Angebot des Rüdesheimer Stadtarchivs ("Notizen aus dem Stadtarchiv") hinweisen. Sogar das Rheineis hat ein eigenes Kapitel. Außerdem ist das "Hausbuch Nebel (1769-1789)" - 91 Seiten Haushaltsführung! - als PDF herunterladbar.
Zarte Bande anno 1595
Nur selten erfahren wir aus den Quellen, wie Menschen im späteren Rheinhessen vor 400 Jahren zarte Bande knüpften und welche Hindernisse sie dabei überwinden mußten. Ein solcher Fall ist die Geschichte der Verlobten Michael Schaub und Margarete Metzler aus Abenheim, die 1595 den Ortsherren, den "edlen und vesten Junker von Dalberg" um die Erlaubnis zur Verehelichung ersuchten. Ausführlich schildert Schaub in dem nachstehend abgedruckten und 1922 von dem Darmstädter Studienrat Prof. Dr. Wilhelm Martin Becker in der landeskundlichen Zeitschrift "Volk und Scholle" kommentierten Gesuch, wie er um die Gunst seiner Angebeteten warb.
Übrigens bringt der SWR in seiner morgigen TV-Sendung "Hierzuland Rheinland-Pfalz" (22.1.2003) ein Portrait des heute zu Worms gehörenden Dorfes.
Details ... "Zarte Bande anno 1595"20.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 7]
58) Habt ihr keine Wissenschaft von dem den zwölften April lezthin, bei Kaspar Döngers, Eigenthümer der bei Niederems gelegenen Oberdorfer Mühl begangenen Diebstahl?
Antw. Ich habe keinen Theil daran genommen; aber ich habe durch den Müller von der Haasen Mühl erfahren, daß es der Müller von der Falkensteiner Mühl ist, welcher wegen diesem Diebstahl arretirt war; daß man ihn nach Ittstein führen wollte, er aber unterwegs entwischt ist.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 7]"Rheineis (Nachtrag)
Dieses Bild stammt von einer Postkarte, die auf der Rückseite folgendermaßen bedruckt ist:
Andenken an den Uebergang über den zugefrorenen Rhein im Jahre 1929.Das Rheineis stellte sich bei Mainz am 15. Februar 1929. Seit dem Jahre 1893, also seit 34 Jahren, war der Rhein nicht mehr zugefroren.
Ich überschritt den zugefrorenen Rhein am ... 1929.
19.01.03
Beruf Räuber
Das vom WDR, SWR und BR-alpha betriebene Portal Planet Wissen widmet ein Kapitel in der Rubrik "Politik/Geschichte" den Räubern. Wie wurde man Räuber, Räuberausbildung, Räubermoral, berühmte Räuber, Literatur- und Linktipps - ein umfangreiches und professionelles Angebot, das sogar Videos einschließt. Schinderhannes kommt natürlich auch vor - mit einem langen Lebenslauf.
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 6]
Fortsetzung, zu Mainz den 11ten Messidor zehnte Jahres
54) Erinnert ihr euch noch der Margaretha Bläsius, Schwester eurer angeblichen Frau und welchen Antheil hat sie an eurem Verbrechen genommen?
Antw. Ja, ich erinnere mich noch dessen; ich habe ihre Bekanntschaft auf dem Wikenhof bei Kirn gemacht, allwo sie Musik machte: etliche Tage nachher schikte ich den Feldschüz von Dikesbach in ihres Vaters Haus um sie einladen zu lassen, zu mir in den beim Reidenbacher-Hof gelegenen Wald zu kommen. Sie kam wirklich mit ihrer Schwester Juliane, und weil diese leztere mir besser gefiel, so ließ ich die Margareth meinem Kammeraden Dalheimer: sie hat etliche Wochen lang die Gegenden mit uns durchstrichen, aber keinen thätigen Antheil an unseren Verbrechen genommen.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 6]"18.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 5]
46) Kennt ihr auch den Philipp Schik von Hallgarten?
Antw. Ja er ist Wirth, ich habe einigemal Brandwein bei ihm getrunken, einigemal bei ihm übernachtet, habe aber nie etwas mit ihm vorgenommen, noch er mit mir, ausser daß wir einmal mit einander auf der Jagd waren, wobei auch Heinrich Rossel, Karl Stieh und Peter Dalheimer von Sonschied waren.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 5]"Nepper, Schlepper ...
Wie seit Jahren immer wieder versucht wird, auf unseriöse Weise mit dem Interesse an Genealogie Geld zu verdienen, berichtet Ahnenforschung.net in seinem Beitrag über den "Steinadler-Verlag".
Dahinter verbirgt sich das "einmalige" Angebot, durch Vorab-Zahlung eines Preises von rund 60,00 EUR die eigene Genealogie ins Haus geliefert zu bekommen. Tatsächlich erhält man nur eine dürftige Liste einiger Namensträger auf billigem Papier.
Ein echter Fall für die Rundablage :-) bzw. den Staatsanwalt.
Vielen Dank an Jens Kuhfs für den Hinweis.
Menschen zwischen zwei Welten
Auswanderung, Ansiedlung, Akkulturation
von Walter G. Rödel und Helmut Schmahl (Hg.)

Migration und kultureller Pluralismus sind nicht nur Charakteristika moderner Gesellschaften. Dies zeigen die neun Beiträge dieses Bandes, in denen sich Historiker, Germanisten und Amerikanisten mit Aspekten der Auswanderung aus dem deutschsprachigen Raum im 18. und 19. Jahrhundert beschäftigen.
Näher beleuchtet werden die Themenkomplexe Migranten und atlantische Welt, Migranten und ihre Umwelt sowie Migranten und ihre Sprache. Hierbei steht die transatlantische Perspektive des Wanderungsprozesses im Mittelpunkt, die sich nicht - wie es bisher häufig der Fall war - auf das Heimat- bzw. Zielland beschränkt, sonder alle Stufen der Auswanderungs- und Akkulturationsprozesse berücksichtigt.
Dieser Band ist das Ergebnis der internationalen Tagung Menschen zwischen zwei Welten des Interdisziplinären Arbeitskreises für Nordamerikastudien, die im Mai 2001 an der Johannes Gutenberg-Universität unter der Leitung der beiden Herausgeber stattgefunden hat. Die hier versammelten Beiträge spiegeln das Anliegen der Tagung, ausgehend von den vielfältigen Untersuchungen zur Geschichte der Auswanderung von Europa nach Nordamerika, eingefahrene Wege zu verlassen und Vertreter der verschiedenen Disziplinen zusammenzuführen, um Fragen zu erörtern, die über die jeweils angegangenen Forschungsanliegen hinausführen.
Details ... "Menschen zwischen zwei Welten"17.01.03
Easy Thumbnails
Schon lange war ich auf der Suche nach einem Tool, mit dem man ohne großen Aufwand kleine Bilder von Grafiken (Thumbnails) für das Internet erstellen kann, um die Ladezeiten kurz zu halten. Schließlich ist es hierzulande keine Selbstverständlichkeit, dass auf den Servern das Perl-Programm Image::Magick installiert ist, das einem diese Arbeit beim Bilder-Upload abnimmt.
Easy Thumbnails von Fookes Software hilft ab. Einmal Standardgröße und -verzeichnis, Algorithmus und Prefix/Suffix eingestellt, fertig. Grafik mit der rechten Maustaste anklicken, im Kontextmenü "make thumbnail" auswählen, und schon isses da :-)
Das Programm ist übrigens Freeware.
Bummel durch das Philadelphia des Jahres 1800
Starten Sie auf diesem Plan. Klicken Sie auf "To Center City". Auf der Straßenkarte wählen Sie ein blaues Objekt mit Nummer aus oder Sie scrollen nach unten, und schauen in der Liste, welche Bauwerke sich hinter den Nummern verbergen. Wie wäre es mit der alten lutheranischen Kirche?

Quelle: The City of Philadelphia, in the State of Pennsylvania North America: as it appeared in the Year 1800 consisting of Twenty Eight Plates, by William Russell Birch and Thomas Birch.
Engravings, by the artists and Samuel Seymour, 1789-1800, approximately 8 1/2 x 11 1/14. Published by W. Birch, Springland Cot, near Neshaminy Bridge on the Bristol Road, Pennsylvania. Decr 31st 1800. Online: http://www.brynmawr.edu/iconog/birch/birch.html
[Note: All images of Birch's views were obtained from the Free Library of Philadelphia (FLP).]
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 4]
Fortsetzung des Verhörs, Mainz den 3ten Messidor zehnten Jahres
39) Wer waren diejenigen, die euch begleiteten, als ihr neulich bei Wilhelm Bollenbach waret?
Antw. Die Personen die mit mir waren, sind,
Nämlich:
1. Die Brüder Christoph und Konrad, von Hoheweissel gebürtig, Fayencehändler, welche ich in der Gegend von Limburg an der Lahn verlassen habe. Christoph Ekard wurde mit mir in Verhaft genommen, als man mich zum erstenmal nach Runkel führte und ward mit mir losgelassen.
2. Christian Rheinhard, John genannt.
3. Peter Petry von Hütgeswasem, genannt Schwarzer Peter.
4. Krämer Antons-Joseph von Feil, und
5. Johann Adam vom Odenwald, der weder Johann Adam der Korbmacher von Ueberrhein - noch der Johann Adam von Trombach, sondern der Sohn eines Börschknechts aus der Grafschaft Erbach ist.
Lezterer hat kein Verbrechen mit mir begangen, allein nach einer Uibereinkunft die wir unter uns hatten, kam er mit mir von diesseits, um ein Vorhaben auszuführen, das nicht vollzogen werden konnte.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 4]"Freimersheim
Auf der Homepage der "Freie Liste Freimersheim" (Kultur anklicken) wird ein historischer Abriß der Gemeinde und die Mitwirkung an der Ortschronik, die 2005 fertig gestellt werden soll, angeboten.
Weltchronik
Eine Beschreibung von Mainz aus dem Jahr 1493
Zu den besonderen Attraktionen im Sortiment der Buchhandlungen gehört zur Zeit der Nachdruck der reich bebilderten „Weltchronik“ des Nürnbergers Hartmann Schedel (1440-1514) aus dem Jahr 1493. Das kolorierte und mit einem Kommentar des Mainzer Buchwissenschaftlers Prof. Dr. Stefan Füssel versehene Werk erschien 2001 beim TASCHEN Verlag in Köln, der Preis von 49,95 Euro erscheint angesichts der Ausstattung des großformatigen, 680 Seiten umfassenden und 3,5 kg schweren Buches sehr moderat.

Die Einteilung des Werkes, zu dem ein Buch des Italieners Filippo di Bergamo als Vorbild diente, erfolgt nach dem mittelalterlichen Schema von den sieben Weltaltern. Die Zeitspanne reicht von Adam bis zum Jüngsten Gericht, die historische Übersicht in der Zeit Kaiser Maxilimians I. (1459-1519).
Kindlers Neues Literaturlexikon (Studienausgabe, Bd. 14, München 1996, S. 868) gibt folgende Würdigung: „Die eigentliche Bedeutung des Werkes liegt indes in den über 2000 Holzschnittillustrationen – teils Phantasieporträts, teils authentische Städtebilder -, die zwischen 1491 und 1493 von Dürers Lehrer Michael Wolgemut und dessen Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurff angefertigt wurden. Nicht zuletzt diese prachtvolle, von zwei mit dem Autor befreundeten Patriziern finanzierte Ausstattung sicherte der Weltchronik in den Jahren nach ihrem Erscheinen eine ungeheure Popularität in Deutschland. Besonders durch die in ebenso prächtiger Aufmachung erschienene Übersetzung [des lateinischen Originals] hat das Werk, das sein Entstehen in ersten Linie wohl nur einer geschickten ‚Buchhändlerspekulation’ (Fueter) verdankte, mit Hilfe der Buchdruckerkunst zum erstenmal einem weiteren Leserkreis umfassend, wenn auch unkritisch geschichtliches Wissen vermittelt.“
Im dritten Weltalter (Zeit Abrahams, Moses, Joseph und König Saul) finden sich Beschreibungen der Städte Paris, Mainz, Venedig und Padua, deren Gründung Schedel auf die Trojaner zurückführt. Zur Mainzer Stadtansicht (die mit der Ansicht Neapels im Buch identisch ist!) schreibt Füssel (S. 641): „Die Darstellung von Mainz ... zeigt keine Ähnlichkeiten mit der wirklichen Stadtdarstellung, sondern geht auf eine ideale Stadtdarstellung zurück, die der Vorzeichner aus der viel größeren Vorlage von Erhard Reuwichs Stadtansicht der Insel Candia heraus entwickelte ...“
Details ... "Weltchronik"16.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 3]
29) War Müllerhannes nicht mit euch auf dem lezten Kirchweihfest zu Iben?
Antw. Ja, er war mit mir, er stand damals Wache, und ich brachte ihm einen Schoppen Wein in den Garten des Beständers. Georg Friederich Schulz war auch da. Ich und gedachter Müllerhannes wir begaben uns in den Wald bei Iben. Schulz blieb auf dem Hof.
30) Kennt ihr die Namens Leonard Beker, Gustav Beker und Nikolaus Arnold von Fürfeld?
Antw. Ja, ich kenne sie; ich habe einigemal mit ihnen gegessen und getrunken, sie haben aber keine andere Verbindung mit mir.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 3]"Penunzen zum Anfassen
"Zum Nachtisch Museum" - diese beliebte Veranstaltungsreihe des Alzeyer Museums wird am Dienstag, dem 21. Januar 2003 mit dem Thema "Römisches Geld" fortgesetzt. Wer Lust und Zeit hat, kann sich von 13:00 - 13:20 Alzeyer Münzfunde aus der Kaiserzeit (27 v. Chr. - 476 n. Chr.) ansehen und Informationen zu ihren symbolischen und textlichen Dartellungen erhalten. Über das weitere Programm des Alzeyer Museums im ersten Halbjahr 2003 informiert die Homepage des Altertumsvereins für Alzey und Umgebung.

Unsere Abbildung zeigt einen Aureus aus dem 2. Jh. n. Chr. (Brockhaus' Konversationslexikon, 14. Aufl., Bd. 12, Leipzig 1898)
Schnellkurs Mainzer Mentalität
Ein Artikel über die Mainzer Lebensart und die Verbundenheit der Mainzer mit den Franzosen - gefunden im Hochschulanzeigers der FAZ, befragt wurde Dr. Elmar Rettinger vom IGL.
Guter Service
Vor zwei Tagen gab die Lampe meines Mikrofiche-Lesegerätes völlig unverhofft ihren Geist auf. Diese Spezial-Halogen-Lampen sind nicht nicht einfach zu beschaffen, wollte mir ein örtlicher Händler weismachen, und teuer noch dazu (bestimmt 90 Mark, wenn nicht gar Euro) ...
Kurz und gut, es geht auch anders. Bei Techno-Film (kostenloser Bestellservice 0800-4256436) unter www.techno-film.de habe ich auf Rechnung zwei Ersatzlampen bestellt, pro Stück 13,04 EUR zzgl. Mwst. und Versandkosten. Die Lieferung ging gerade ein und ich bin sehr zufrieden. Alles paßt und leuchtet :-)
Da meine Recherchen im Internet zu dem Thema "Ersatzlampenbeschaffung" kaum Ergebnisse brachten, ist es umso erfreulicher, dass dieser Lieferant so gut und zuverlässig geliefert hat. Muß man sich merken!
Ein rabenschwarzer Tag
Vor 200 Jahren, als es noch keine Kindergärten und Krabbelgruppen gab, stellte die Kinderbetreuung für die Großfamilien durchaus ein Problem dar. Säuglinge konnten nicht mit zur Feldarbeit genommen oder in die Schule geschickt werden. So ließ man sie einfach allein zuhause zurück. Mit eindringlichen Worten schilderte der Nieder-Saulheimer Arzt Renard einen Fall aus Schornsheim, wo im Herbst 1802 die unsachgemäße Haltung eines Raben als Haustier zur Verstümmelung eines unbeaufsichtigten Babys führte:
Niedersaulheim am 6ten Brümär 11.Renard, Arzt des Kantons Werrstadt [Wörrstadt], an den Herausgeber der Mainzer Zeitung.
"Unglüksfälle sind häufig der Gegenstand öffentlicher Blätter und stehen da am rechte Plaze, theils weil sie Andere vor Gefahren warnen, theils weil getreue Erzählung vorgefallener Ereignisse der Wunsch der meisten Zeitungsleser ist. Nicht zur Befriedigung des Leztern sondern zur Warnung für Eltern und Erzieher habe ich die Erzählung folgendes Unglüksfalles für Ihr Blatt bestimmt.
In Schornsheim, einem Orte unsers Kantons, hatten unlängst die Kinder eines dasigen Einwohners eine Rabe (!) zu ihrer Belustigung gefangen und zu sich in die Stube genommen.
Die Eltern und größern Kindern giengen ins Feld und ließen ein kleines halbjähriges Mädchen in der Wiege und die Rabe an ein Strikchen angebunden in der geschlossenen Stube zurük. Es kömmt eine der Töchter nach Hause, und trifft das Kind schreklich schreiend und im Gesicht blutend, die Rabe aber neben der Wiege mit abgerissenem Strikchen an. Bei genauerer Untersuchung ergiebt sich, daß nicht nur das rechte untere Augenlied, sondern auch die Zunge bis beinahe an ihre Wurzel von der Rabel abgefressen und auch das rechte Auge oberflächlich verlezt ist.
Details ... "Ein rabenschwarzer Tag"
Der römische vicus von Eisenberg
In der Nähe des heutigen Ortes Eisenberg/Pfalz wurde bereits in frührömischer Zeit ein kleinstädtisches Gemeinwesen (vicus) angelegt, das bis ins 5. nachchristliche Jahrhundert bestand. Ab dem 19. Jh. fanden teils unorganisierte oder schlecht dokumentierte Ausgrabungen im Bereich der römischen Siedlung und der spätantiken Befestigungsanlage (Burgus) statt. [...]1992 begann das Landesamt für Denkmalpflege in Speyer in einem Teil des vicus eine durch den Straßenbau bedingte Notgrabung. Die dabei zutagekommenen, erstaunlich gut erhaltenen Gebäudereste [...] und die überraschend reichen Funde rechtfertigten eine planmäßige, mehrjährige Ausgrabung. Ein Teil des ergrabenen Geländes wurde inzwischen durch die Gemeinde Eisenberg erworben, die dort ein Freilichtmuseum einrichten möchte. [...]
Die Ergebnisse der Ausgrabungen werden derzeit in Form von Examensarbeiten an den Universitäten Heidelberg und Mannheim und mit der Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege in Speyer aufgearbeitet.
Eine Homepage informiert über das Projekt.
Heimatjahrbuch Bad Dürkheim 2003
Der Landkreis Bad Dürkheim stellt auf seiner Homepage das neue Heimatjahrbuch mit dem Schwerpunktthema "Wasser" vor.
15.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 2]
12) Warum habt ihr diesen Juden zu Merxheim bestohlen?
Antw. Er war dem Müllerhannes und Petronelle Michel, annoch Geld schuldig für die Waaren, welche leztere einem Kaufmann zu Süßbach gestohlen und welche er zu Hundsbach von ihnen gekauft hatte; da der Jude nicht zahlen wollte, so haben wir uns auf diese Art an ihm erholt.
Beschuldigter bemerkt, daß dieser Jude mehrmalen gestohlene Sachen von seinen Kameraden gekauft, und daß er ebenfalls deren von ihm zu kaufen, gesucht habe.
13) Wer hat den Brief an Heinrich Zürcher auf dem Neudorfer-Hof geschrieben?
Antw. Johann Leiendeker hat die zwei Briefe in des Peter Haas Behausung und in dessen Gegenwart geschrieben; weder Körper noch Haas, kannten die Verhältnisse des ersten Briefes; als aber Körper ohne Geld wieder zurük kam, wurde er von der zweiten Absendung unterrichtet, und ich habe Ursache zu glauben, daß er seinen Schwager Peter Haas davon Nachricht gegeben.
14) Wer sind dann die sogenannte Hannikel und Philipp die mit euch in des Peter Haas von Oberhausen Wohnung gewesen?
Antw. Ich kenne keinen andern Hannikel als des Müllerhannes Sohn, von dem ich gesprochen, wie auch ausser dem Philipp von Archenthal, keinen andern Philipp.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 2]"Mehr Napoleon / Jüdisches Museum Berlin
Im noch druckfrischen Heft 1/03 der Zeitschrift "Geschichte in Wissenschaft und Unterricht" finden sich gleich zwei interessante Aufsätze zum Thema Napoleon. Gudrun Gersmann warnt in ihrem Beitrag "Vive l'Empereur? Vive 'Empereur - Auf den Spuren Napoleons im Internet" (S. 51-53) vor "vielen unsäglichen Seiten ..., auf denen winzige animierte Napoleons unentwegt durchs Netz galoppieren" (S. 51) und empfiehlt zwei Adressen:
http://www.napoleonica.org (Fondation Napoleon mit digitalisierten Quellen und Materialien) sowie
http://www.napoleon.org ("Seriöses, zugleich ansprechend gestaltetes Portal zu Napoleons Leben und Wirken").
Geschichtslehrer dürften sich weiterhin für den Beitrag "Denk mal. Funktionalen emotionalen Lernens für den Geschichtsunterricht am Beispiel einer Stunde zum Napoleon-Bild" (S. 19-31) aus der Feder von Torsten Schwan interessieren. Er geht darin u. a. auf den Code civil sowie den Napoleonkult in Frankreich und dem Rheinland ein (Abbildung des 1843 eingeweihten Koblenzer Veteranendenkmals auf S. 21).
Von den weiteren Aufsätzen des Heftes seien Peter Lautzas' Eindrücke vom Jüdischen Museum Berlin hervorgehoben (S. 70-71), unter dessen vielseitigen Exponaten sich u. a. "die kartografische Darstellung einer Hausiererreise in Süddeutschland im Jahre 1815" findet.
14.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt.
Mainz am 30sten Prärial 10ten Jahres, Nachmittags 3 Uhr
Wir, Wilhelm Wernher, durch Ordonnanz des Präsidenten unterm gestrigen Tag, mit dem Verhör des Johann Bückler, Schinderhannes genannt, beauftragter Richter des, zufolge der von dem Bgr. Jeanbon-St.-André, General-Regierungs-Kommissär in den vier neuen Departementen des linken Rheinufers, unterm 17 und 18ten Germinal letzthin erlassenen Beschlüssen, zu Mainz niedergesetzten Peinlichen-Spezial-Gerichtes, haben uns in Begleitung des Kommis-Gressier in das Justizhaus dahier begeben, den Strassenraubes und sonstiger Verbrechen beschuldigten Johann Bückler, vor uns, in das Zimmer des Aufsehers des Gefängnisses führen lassen, und folgendermaßen befragt:
Erste Frage. Welch ist euer Name, Alter, Gewerb, Geburts und letzter Wohnort?
Antwort. Ich heiße Johann Bückler, bin ohngefähr 22 Jahr alt, von Mühlen [Miehlen] bei Nastätten auf dem rechten Rheinufer gebürtig, Sohn von Johann Bückler und Anne Marie Schmitt, welche dermalen zu Kirschweiler, im Kanton Oberstein, Saardepartements wohnen; ich war bei denselben bis in mein 16tes Jahr, habe kein Gewerb erlernet.
Details ... "Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt."Udenheimer Glockenturm
Ein weiteres altes Foto aus unserem Fotoalbum zeigt den Glockenturm der Udenheimer evangelischen Gemeinde.

Zum Vergleich empfehlen wir das Bild auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Udenheim (dort auf "Glockenturm" klicken).
Vor 200 Jahren in Mauchenheim ...
"Mainz vom 23ten Nivose Die Gemeinde Mauchenheim, im Kanton Kirchheim-Bolanden, verdient wegen manchen Eigenheiten bemerkt zu werden. Nie drang, so weit das Gedächtnis der Aeltesten und die Tradition des Ortes reicht, eine anstekende (!) Krankheit, die Ruhr und die gewöhnlichen Kinderkrankheiten ausgenommen, in dieselbe, wenn sie auch die ganze umliegende Gegend mit ihren Verheerungen heimsuchte; Nie bemerkte man eine Viehseuche in derselben, wenn sie auch in der ganzen Nachbarschaft wüthete. Diese Erscheinung verdient bemerkt, und ihre Ursachen untersucht zu werden. Wenige Gemeinden mögen, im Verhältnisse ihrer Bevölkerung so viele Menschen aufzuweisen haben, die ein ungewöhnlich hohes Alter erreichten. Den 4ten dieses starb ein Mann, Namens Jakob Lind, in seinem 82ten Jahre. Er hatte mit seiner Frau 63 Jahre in der Ehe gelebt. Sein Bruder, Michel Lind, der vor einiger Zeit gestorben ist, hatte mit seinem Weibe 61 Jahre in der Ehe gelebt. Die noch izt lebende Schwester der lezteren Frau hat 79 Jahr. Jakob Lind war nie krank, und verrichtete seine gewöhnlichen Landarbeiten bis an das Ende seines Lebens. Im Jahre 1595 wurde ein Mann im 106ten Jahre, und einige Zeit vorher eine Frau im 110ten Jahre begraben."Quelle: Mainzer Zeitung Nr. 57 vom 24. Nivose XI (14.01.1803)
Den französischen Revolutionskalender erklärt Jens Schneider.
Eine lange Linkliste zum Thema Chronologie bietet die Virtual Library Geschichte (Historische Hilfswissenschaften) an.
13.01.03
Friedhöfe in Worms
"Wormser Friedhöfe seit dem Mittelalter" ist das Thema eines Vortrages von Dr. Fritz Reuter, der am Freitag, 17. Januar 2003 im Großen Saal im Haus zur Münze (Worms, Marktplatz 10) um 20.00 Uhr stattfindet.
Quelle: Wormser Zeitung vom 11.01.2003
Daß Grabmäler eine wichtige Quelle für Historiker, Kunsthistoriker, Genealogen und Heraldiker sind, beweisen zahlreiche Steine, die im Hof des Wormser Museums (Kreuzgang des ehemaligen Andreasstiftes, Weckerlingplatz 7) ausgestellt sind. Epitaphe römischer Soldaten finden sich dort ebenso wie Grabplatten des Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Unsere Bilder entstanden bei klirrender Kälte am Samstag, 10. Januar 2003.
Familienwappen auf der Grabplatte von Maria Magdalena von Geispizheim geb. von Bozheim (+1745).
Details ... "Friedhöfe in Worms"Donnersberg und Umgebung
Auf der Homepage von Peter Gassner finden sich eine Reihe von alten und neuen Ansichten des Donnersbergs und seiner näheren Umgebung (Winnweiler, Falkenstein, Imsbach). Amüsant ist auch der Auszug "Mer Pälzer un die Weltachs" aus Paul Münchs "Pälzisch Weltgeschicht". Wußten Sie übrigens, daß für viele Bewohner unserer Landeshauptadt noch heute die Pfalz hinter Nieder-Olm beginnt (mehr dazu demnächst)?
Genanalyse und Genealogie
BR-Online berichtet:
"Bei einem interdisziplinären Pilotprojekt wollen Forscher aus ganz Europa mit Hilfe von Daten aus digitalisierten Kirchenbüchern die Krankheit "Alzheimer" erforschen. Man wolle die erblichen Gen-Defekte finden, die Alzheimer auslösen könnten und entsprechende Therapien entwickeln, erklärte Initiator Hans Klünemann in Regensburg der dpa. An dem heute in Regensburg startenden Projekt wollen Ärzte, Historiker, Informatiker, Statistiker und Epidemiologen aus sieben europäischen Ländern mitarbeiten."
Quelle: http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/1007_atlantis.shtml
Mehr zur Genanalyse in Verbindung mit der Genealogie gibt es auf DNA-Genealogie.de.
Neue Öffnungszeiten der UB Mainz
Rheinhessische Heimatforscher dürfen sich freuen, denn die Zentralbibliothek der Universität Mainz (die größte Bibliothek in Rheinland-Pfalz) ist ab 20. Januar 2003 länger geöffnet! Montags bis freitags ist das Gebäude von 8.00-21.00 Uhr zugänglich, samstags von 12.30-17.30 Uhr. Jedermann/frau kann sich auch ohne Benutzerausweis Bücher in den Lesesaal bringen lassen, der über einen stattlichen Handapparat (inklusive Zeitschriften - auch genealogische -) und Microfiche-Lesegeräte verfügt.
Öffnungszeiten der Ausleihe sind Mo-Do 9.00-20.00 Uhr und Fr 9.00-18.00 (Sa keine Ausleihe!). Die Auskunft ist Mo-Do von 8.00-20.00 Uhr und Fr von 8.00-18.00 Uhr besetzt.
Für die Vorab-Recherche zu verfügbaren Titeln empfiehlt sich ein Blick auf die Homepage der UB.
Vielen Dank an Dr. Helmut Schmahl für diesen Hinweis.
12.01.03
Stroh - Vom Rechtssymbol zum Werbeträger
In Rheinhessen kann man häufig Strohfiguren auf den Feldern entdecken, die die nächste Kerb oder eine andere Veranstaltung ankündigen.
Fritz Schellack widmet sich in seiner reichhaltig bebilderten Abhandlung Stroh - vom Rechtssymbol zum Werbeträger der Bedeutung des Strohs in der (Rechts-)Geschichte. Hätten Sie gewußt, daß ein aus Stroh geflochtener Kranz Zeichen des Tadels, der Schande und Entehrung war? Oder was ein "Bannschaub" war? Schellack weiß alles ...
Postgeschichte in Rheinhessen
„Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde durch die Erforschung der Postgeschichte als Teil der Heimatgeschichte von Rheinhessen. Erforscht wird der Raum der ehemaligen Provinz von Hessen bzw. des Bezirks des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, der von 1816 bis zum Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts fast unverändert bestand.“
Verein für Postgeschichte in Rheinhessen e.V.
Postmuseum Rheinhessen
Bismarckturm Ingelheim
Jörg Bielefeld aus Menden im Sauerland erforscht weltweit Bismarcktürme. Was es damit auf sich hat, wird auf der sehr ansprechenden Homepage Bismarcktuerme.de erklärt. Der Bismarckturm Ingelheim wird ebenfalls vorgestellt. Gefunden habe ich den Link in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 12.01.2003, S. 50 ("Bismarcks späte Rache").
11.01.03
Quellen zur Geschichte Mannheims und der Kurpfalz
Das Projekt MATEO - editio theodoro-palatina online hat unter anderem Johann C. Wagner, Der Pfaltz am Rhein Staat- Land- Staedt- und Geschicht-Spiegel von 1690 digitalisiert ins Web gestellt.
"Diese Schilderung der Rheinischen Pfalz verbindet die historische Landeskunde mit der aktuellen Berichterstattung. Detailliert werden die Zerstörungen und Gewalttaten beschrieben, die französische Soldaten im Pfälzischen Erbfolgekrieg bis Mitte 1690 den kurpfälzischen Städten und Dörfern und ihren Bewohnern zugefügt hatten."An rheinhessischen Orten sind u.a. Alzey, Ingelheim, Oppenheim und Worms zu finden.
Heft 21 des Wormsgau erschienen
Der Wormsgau. Wissenschaftliche Zeitschrift der Stadt Worms und des Altertumsvereins Worms e. V. Heft 21 (2002), 15 Euro (erhältlich im Stadtarchiv und in Wormser Buchhandlungen). Inhaltsverzeichnisse der Hefte 1-18 finden Sie im Erlanger Zeitschriftenfreihandmagazin.
Details ... "Heft 21 des Wormsgau erschienen"10.01.03
Genealogische Linksammlung
Eine sehr umfangreiche "Virtuelle Fachbibliothek Geschichte" mit einer langen Linkliste zu Ein- und Auswanderung mit Bezug zu Rheinhessen und der Pfalz hat die Uni Heidelberg im Gepäck.
Spaziergang um den Westhofener Marktplatz
Jedes Jahr findet in Westhofen am ersten Sonntag nach dem Dreikönigstag das traditionelle Dreikönigsdreschen des Heimatvereins statt. Informationen zur diesjährigen Veranstaltung am 12.1.2003 auf der Seite des Heimatvereins Westhofen.
Ein Heimatforscher aus einer benachbarten Gemeinde nutzte heute das sonnige Wetter für einen Spaziergang durch den hübschen Marktflecken. Hier einige seiner Impressionen aus dem Viertel um den Marktplatz:

Die um 1755 von Johann Adam Sponagel erbaute stattliche dreiteilige Hofanlage der Barockzeit dient heute als Bürger- und Rathaus.
Programmvorschau
Der SWR portraitiert in seiner Serie Hierzuland Rheinland-Pfalz Orte im Sendegebiet. Rheinhessen ist - wie man sehen kann - auch mehrfach vertreten.
Rheineis
Heinz Jung von den Büdesheimer Heimatfreunden "Byrtze" berichtet in der heutigen Ausgabe der Allgemeinen Zeitung Bingen von den eisigen Temperaturen im März 1956, als zum letzten Mal der Rhein und die Nahe zugefroren waren. Den ganzen Artikel kann man vier Wochen lang im Archiv der Allgemeinen Zeitung nachlesen.
Auch im Jahr 1929 war der Rhein zugefroren, wie diese Bilder aus unserem Familienalbum eindrucksvoll dokumentieren:

Das kleine Mädchen am Mainzer Rheinufer ist Trude Langenhan geb. Weyerhäuser, meine Schwiegermutter!

Hier ist sie eingerahmt von ihrer Tante Else Greulich geb. Weyerhäuser (1901-2000) und deren Freundin Luise Brodbecker von Mombach. Beide Bilder wurden am 02.03.1929 aufgenommen.

Deutlich zu erkennen auf diesem Bild sind die Eisschollen. Die Aufnahme wurde am 03.03.1929 vor der Toteninsel bei Lorch gemacht.
09.01.03
Oral History
Für viele Genealogen und Heimatforscher ist es eine Herausforderung, die Anekdoten und Erlebnisse von älteren Familienmitgliedern oder Mitbürgern für die Nachwelt zu bewahren. Wie man bei der Befragung, Erfassung und Auswertung am sinnvollsten vorgeht, beschreibt der englischsprachige "Step-by-Step Guide to Oral History".
Yesterday's News, Today
Ein Weblog aus der Vergangenheit. Beiträge aus dem Jahr 1912, Fotos von 1899. Si Morley, Held des Romans "Von Zeit zu Zeit" von Jack Finney - im Rheinhessenarchiv schon einmal erwähnt - würde Wrote. Yesterday's News, Today sicher lesen. Sehr stimmungsvoll.
Studentische Corporationen
In ihrer Rubrik Geschichte berichtet die Hasso-Rhenania Mainz über die Entstehung studentischer Corporationen, die Geschichte der Mainzer Universität seit 1477, die Geschichte des Cartellverbandes und natürlich auch über die Geschichte der Hasso-Rhenania Mainz selbst.
Die Herren im Dorf
Die Liste der Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte (Mainz) wird derzeit angeführt von Band 189:
Gunter Mahlerwein
Die Herren im Dorf
Bäuerliche Oberschicht und ländliche Elitenbildung in Rheinhessen 1700-1850 (= Historische Beiträge zur Elitenforschung 2).
2001. XII, 468 S. mit 5 Schwarzweißabb. und 4 Karten.
ISBN 3-8053-2823-0 EUR 45,-
Namensforschung Lucius
Über alle Vorkommen des Namens Lucius (Vorkommen auch in Framersheim) berichtet ausführlich die Homepage Luciusnet.
Informationen zur rheinhessischen Geschichte
Das IGL hat auf seinem Server einige interessante und zumindest als Einführung geeignete PDF-Dokumente zur rheinhessischen Geschichte liegen.
Verzeichnis Mainzer Erzbischöfe
Infoquellen Gutenberg
Literaturverzeichnis
Rheinhessische Zeittafel
08.01.03
Die verstohlenen Angriffe des Teufels
Kopie ist nicht Kopie - Auch ein Beitrag zum «Jahr der Bibel» (Feuilleton , NZZ Online, 8. 1. 2003)
Hexenprozesse in Rheinhessen
Der Dittelsheimer reformierte Pfarrer Anton Praetorius verfaßte 1602 das Werk "Gründlicher Bericht von Zauberey und Zauberern". Er war der erste evangelische Geistliche, der sich kritisch mit der Hexenverfolgung seiner Zeit auseinandersetzte. Zu diesem Thema findet heute abend um 19:30 ein Vortrag im evangelischen Gemeindehaus Dittelsheim statt. Referent ist Pfarrer Hartmut Hegeler vom Berufskolleg Unna, der Verfasser des Buches „Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter“ ist. Er unterhält weiterhin die Website http://www.anton-praetorius.de/.
Details ... "Hexenprozesse in Rheinhessen"Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Die Reiss-Engelhorn-Museen überarbeiten derzeit ihre Internetpräsenz. Der Link zu historischen Kostümen und Accessoires des 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist unterbrochen und noch nicht ersetzt (lt. meinen Auswertungen ist die Kategorie Kostümkunde in meiner Linksammlung sehr gefragt und jeder gebrochene Link ein Verlust). Aber immerhin: Die Ausstellung
Schlösser, Schlüssel und Beschläge
Kleinodien der Handwerkskunst aus 2000 Jahren
läuft noch bis zum 31. Januar 2003 (Museum D5 (Studio Völkerkunde, 2. OG)) und entschädigt vielleicht den einen oder anderen Besucher für den entgangenen virtuellen Genuß...
07.01.03
Fastnachtsarchiv
Das Konzept für das erste Mainzer Fastnachtsmuseum ist fertig, meldet die Mainzer Allgemeine Zeitung heute. Über 20.000 Objekte sollen im umgebauten Proviantamt Platz finden. (Leider ist der Artikel nur 4 Wochen im (noch) kostenlosen Online-Archiv des Main-Rheiner-Internetangebotes zu finden, dann kostet die Recherche Geld.)
Ein Messer in der Hand und eins im Maul!
- Die Schinderhannesbande (1796-1803) -
Ein Vortrag von Udo Fleck, Trier
Wann: 25. Februar 2003
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Haus am Dom (Liebfrauenplatz, Mainz)
Veranstalter: Institut für Geschichtliche Landeskunde
Geschichte der Juden in Pirmasens
Der Historiker Bernhard Kukatzki arbeitet an der "Geschichte der Juden in Pirmasens"
Im Frühjahr werden gleich zwei Bücher erscheinen, die sich mit bisher wenig dokumentierten Aspekten der Pirmasenser Stadtgeschichte befassen und die sich gegenseitig ergänzen werden: Ende Januar "Das Tagebuch des Alfred Schwerin", das Bezirksverband und Pfalzinstitut für Geschichte herausgeben und das einen pfalzweit einzigartigen Zeitzeugenbericht eines Verfolgten über die Nazizeit zum Inhalt hat; und Ende April/Anfang Mai "Die Geschichte der Juden in Pirmasens", an dem der Historiker Bernhard Kukatzki im Dienste der Stadt arbeitet.
Den ganzen Artikel gibt es bei der
RHEINPFALZ.
Mit dem Rad durch Rheinhessen
Das Team von Tourentagebuch hat Rheinhessen durchradelt, lange Berichte geschrieben und viele Fotos gemacht. Herausgekommen ist eine schöne Seite, die Lust macht auf eigene Touren durch unser schönes Rheinhessen.
Märchenhaftes
"Nein", sagte der Zwerg, "laßt uns vom Menschen reden! Etwas Lebendiges ist mir lieber als alle Schätze der Welt!"

Eine schöne und reichhaltige Sammlung deutscher Märchen und Geschichten des 19. Jahrhunderts (größtenteils in deutscher und englischer Sprache, manche sogar mit Sound) bietet die Virginia Commonwealth University an.
06.01.03
Frankreich und Mainz
Geschichte um 1800 im Spiegel von Denkmälern.
Achtseitiger bebilderter Aufsatz von Michael Huyer. Unter den Abbildungen (hauptsächlich Mainz) ist auch der Obelisk an der Route Charle-Magne bei Ingelheim, PDF-Datei, aus der Serie "Blätter zum Land" (Ausgabe 3/2001).
Napoleon!
Heute abend beginnt im ZDF um 20:15 der vierteilige französische Fernsehfilm "Napoleon", der von den meisten Kritikern sehr gelobt wurde. Daß "der kleine Korse, der die Landkarte Europas und die Stammtafeln der Könige aus dem Gleichgewicht brachte" (ZDF-Ankündigung) auch bei den Rheinhessen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, zeigen zahlreiche Worte und Redensarten, die bis weit ins 20. Jahrhundert verbreitet waren.
Details ... "Napoleon!"05.01.03
Nieder-Wiesen
Nieder-Wiesen, in den Ausläufern des Nordpfälzer Berglandes gelegen und von der im Alzeyer Raum um sich greifenden Landschaftsverschandelung bisher verschont geblieben, bietet dem Besucher ein idyllisches und harmonisches Bild.
Wahrzeichen der Gemeinde ist das barocke Wasserschloß der Reichsritter von Hunolstein, die vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1796 Ortsherren waren. In ihre Herschaftszeit fällt die Umgestaltung des lutherischen Gotteshauses 1721 in seiner jetzigen Gestalt. Pfarrer war damals Johann Wilhelm Fresenius (1704-1727 im Amt), dessen Grabstein sich im Inneren der Kirche befindet. Sein Sohn Johann Philipp Fresenius (1705-1761) war der berühmteste Sohn seines Dorfes. Er wirkte seit 1725 als Vertreter und 1727-1731 als Nachfolger seines Vaters in Nieder-Wiesen, amtierte anschließend in Gießen und Darmstadt, bevor er 1743 nach Frankfurt kam. Als Pfarrer der dortigen Katharinengemeinde taufte er 1749 Johann Wolfgang von Goethe und beeinflußte dessen religiöse Erziehung maßgeblich (hierüber ein anderes Mal mehr). Unsere Bilder entstanden am 19. Dezember 2002.

Sie zeigen das Portal der Kirche mit dem in der Revolutionszeit entfernten hunolsteinischen Wappen, das vor wenigen Jahren auf Initiative des historisch interessierten Pfarrers Tobias Kraft aufgemalt wurde,

eine Gesamtansicht der Kirche

sowie die neben der Kirche angebrachte Gedenktafel an die 1745 in der Nachbarschaft erbaute, in der "Reichskristallnacht" 1938 zerstörte Synagoge.
Literatur: Tobias Kraft: Die Geschichte Nieder-Wiesens, der Pfarrei und seiner Kirchen. 2., erweiterte Auflage 1999 (maschinenschriftlich vervielfältigt).
Bundesverband Deutscher Stiftungen
Wer mit einer Stiftung Gutes tun möchte oder mehr über den Umgang mit Stiftungen wissen möchte (die es auch im genealogischen Bereich gibt), erfährt alles Wissenswerte über den Bundesverband Deutscher Stiftungen.
04.01.03
Historischer Verein Pirmasens e.V.
Dieser Verein hat auf seiner Homepage auch eine Rubrik "Jahrbücher" mit Inhaltsangaben.
Yorckprojekt mit erweitertem Angebot
Schon mehrmals habe ich auf Yorckprojekt hingewiesen, ein Verlag, der auf CD oder DVD umfangreiche und qualitätsvolle Sammlungen alter Bilder und Postkarten veröffentlicht. Die Bilddatenbanken sind in gewissem Umfang auch online einsehbar.
Inzwischen gibt es zum Preis von 39,90 - 49,90 EUR diese Editionen:
5.000 Handzeichnungen bedeutender Meister
5.000 Historische Stadtansichten aus Deutschland
10.000 Meisterwerke der Malerei
5.000 Meisterwerke der europäischen Druckgrafik
6.900 Liebigs Sammelbilder
10.000 Ansichtskarten um 1900 im Bild und
5.000 Motivpostkarten aus der Zeit um 1900.
Bei den historischen Stadtansichten kann man nach Künstler oder nach Stadt recherchieren. 8 Ansichten von Bad Kreuznach, 16 von Bingen, 35 von Mainz, 3 von Oppenheim und 1 Werk von Winningen an der Mosel (was macht das hier wohl in der Liste :-) ) habe ich entdeckt. Die Postkarten-Sammlung darf bitte jeder selbst nach seinen Orten durchsuchen ...
Johannes Neeb - Kurzbiographie
„Neeb, Johannes, der Theologie und Philosophie Doctor, Gutsbesitzer und Bürgermeister zu Niedersaulheim, Mitglied des Provinzialrathes der Provinz Rheinhessen und der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen, ist geboren im Jahr 1767 zu Steinheim, in der Provinz Starkenburg, von mäßig bemittelten Aeltern bürgerlichen Gewerbes. Sein Oheim, Gregorius Schreck, ein Pfarrer im Spessart bereitete ihn, bei strenger Zucht, durch Privatunterricht für das Gymnasium vor, das er vier Jahre lange in Aschaffenburg besuchte. Drei Jahre frequentirte er hierauf die philosophische[n] Lehrcurse auf der kurfürstlichen Universität zu Mainz, wo er im 2ten und 3ten Jahre, vor allen Mitschülern, von der philosophischen Facultät als primus defendens [Klassenbester] erklärt wurde, und pro prima et secunda laurea, nach damaliger akademischer Sitte, defendirte. Details ... "Johannes Neeb - Kurzbiographie"
Warmer Winter, schlechte Konjunktur und Dementis
... aber alles das schon vor 150 Jahren:
„Aus dem Kanton Niederolm, 20. März. Oeffentliche Blätter brachten vor einigen Wochen unter gleicher Ueberschrift Artikel, worin sie unter Anderem die Geschäftslosigkeit in diesem Winter als eine auffallende schildern. In wie weit das dort Gesagte richtig ist, will ich hier nicht untersuchen, noch viel weniger, welche Schuld die in jenen Artikeln angegriffenen Ortsvorstände, hauptsächlich des Kantonshauptortes, an der speziellen Nahrungslosigkeit der Taglöhner, Chaussee- und Grundarbeiter tragen. Bis heute hatte ich weder Gelegenheit, die dort namentlich aufgeführten Orte zu besuchen, noch die Wahrheit oder Unwahrheit des in jenen Artikeln Gesagten genau zu erfahren. Details ... "Warmer Winter, schlechte Konjunktur und Dementis"
Hungertod eines 16jährigen Mädchens aus Wahnsinn
Die Macht der Phantasie wie die Stärke der Vernunft beweisen gleichmäßig, daß im Menschen ein thätiges Prinzip ist, welches der mechanischen Kraft der blinden Natur widerstehen kann.Muratori hat in seinem berühmten Buche: von der Stärke der Phantasie kein Beispiel zum Belege des Titels seines Werkes gesammelt, das der Geschichte gleicht, die sich vor Kurzem in unserer Gegend zutrug.
Details ... "Hungertod eines 16jährigen Mädchens aus Wahnsinn"
Burg und Schloß Alzey
Der Historiker Stefan Grathoff hat einige seiner Aufsätze online publiziert, so z.B. Burg und Schloß Alzey, Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein oder auch Burgen um Mainz zur Zeit Erzbischof Balduins von Luxemburg 1328-1332. Wer mehr über die Burgen-CD von Stefan Grathoff wissen möchte, kann sich auf seiner Homepage ausführlich informieren.
03.01.03
Heinrich Bechtolsheimer
Wer auf die Bücher von Heinrich Bechtolsheimer aus war, mußte sie in der Vergangenheit überwiegend über Antiquariate beziehen. Lediglich "Zwischen Rhein und Donnersberg" (ISBN 3-87854-042-6) war noch lieferbar. Gerade habe ich mit großer Freude festgestellt, dass die Rheinhessische Druckwerkstätte Bechtolsheimers "Das Hungerjahr" (ISBN 3-87854-019-1) und "Weizenähre, Rebenblatt und Tannenzapfen - Erzählungen aus dem rheinischen Lande" (ISBN 3-87854-025-6) neu aufgelegt hat. Jedes Buch kostet 17,90 EUR und kann über die Buchhandlungen bestellt werden.
Die Flurnamen von Gabsheim
Dr. Rudolf Post untersucht die Gabsheimer Flurnamen. Weiterführende Links zum Gabsheimer Ortsnamen, zur Mundart und zur Geologie werden ebenfalls angeboten.
Pfälzisches Burgenlexikon
Das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern stellte kürzlich den zweiten Band des Pfälzischen Burgenlexikons vor, das auch den südlichen Teil Rheinhessen behandelt. Das Institut schreibt zu dem geplanten mehrbändigen Werk, das von Jürgen Keddigkeit, Karl Scherer, Alexander Thon und Rolf Übel herausgegeben wird:
"Mit dem pfälzischen Burgenlexikon wird erstmals der Versuch unternommen, unter Leitung eines in der Burgenforschung ausgewiesenen Herausgeberkollegiums alle pfälzischen Burgen zu erfassen, ihre Geschichte und die Besitzverhältnisse zu dokumentieren sowie ihre baulichen Reste zu beschreiben. Hinweise auf die vorhandene Literatur, aktuelle Luftaufnahmen, Detailfotos, historische Ansichten und Pläne, Grundrisse sowie Aufbaustudien vervollständigen das Bild. Neben der lexikalischen Bearbeitung werden neben Sonderbänden mit Einzelthemen auch zwei gesonderte Textbände vorbereitet, die alle Aspekte der Burgenforschung (Geschichte, Archäologie, Denkmalpflege u.a.) erfassen und darüber hinaus eine ausführliche Bibliographie".
Zur Übersicht aller lieferbaren, online bestellbaren Publikationen des Instituts.
02.01.03
Der Schinderhannes - Facharbeit von Katja Sprenger
Sozialökonomische und politische Strukturen als begünstigende Faktoren für das Entstehen von Räuberbanden, aufgezeichnet am Beispiel von Schinderhannes, nachzulesen bei loreley.de.
Schinderhannes und das Bandenwesen
Der Räuberhauptmann Schinderhannes ist in unserer näheren und weiteren Heimat den meisten ein Begriff. Daß es aber zur gleichen Zeit außer der Hunsrückräuberbande auch eine "Eifelbande" und eine "Moselbande" gab, wissen nur wenige. Es sind nun rund 190 Jahre her, daß diese Banden ihr grausames Handwerk betrieben. Umfangreiche Homepage von Franz Peter Kropp.
Klima, Wetter, Unwetter und Überschwemmungen
Für die kommende Nacht und den morgigen Tag sind Unwetter und Überschwemmungen in ganz Deutschland angekündigt. Lesen Sie nach, welchen Katastrophen Rheinhessen in seiner Vergangenheit ausgesetzt war. Entnommen der Festschrift der Provinz Rheinhessen zur Hundertjahrfeier, verfasst von Heinrich Bechtolsheimer, Julius Reinhard Dietrich und Kurt Strecker, bearbeitet von Trude Fuchs und gefunden bei Hügelland.
Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein e.V.
Die Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein e.V gibt nicht nur das Heimatjahrbuch für den Kreis Mainz-Bingen heraus, sondern hat auch sämtliche Inhaltsverzeichnisse seit den 1950er Jahren online gestellt (zu finden in der Rubrik Veröffentlichungen).
Vom Jakobsberg bei Ockenheim nach Santiago de Compostela
Bei diesem Reisebericht von Erich Hinkel, der vielen Heimatforschern durch seine zahlreichen heimatkundlichen Veröffentlichungen bekannt sein dürfte, habe ich mich festgelesen! Vielleicht geht es Ihnen genauso?
Literarische Reise
Literarischer Reiseführer Rheinland-Pfalz | Literary Online Guide Rhineland-Palatinate - ein zweisprachiges Angebot, bei dem auch Rheinhessen und seine Literaten nicht zu kurz kommt. Das Forum wird (bislang) leider nur wenig genutzt. Eine Printversion des Reiseführers (Buch und CD-Rom) ist ebenfalls erhältlich.
Nachtrag vom 26.03.2003: Über den Suchbegriff "Schinderhannes" werden eine Menge Fundstellen angezeigt.
Über die Familie Quetz (Quetsch)
Die Quetz (Quetsch) - Geschichte einer Familie, ein Bericht von Cäcilie Quetsch aus dem Jahr 1989, mit Bezug zu Ober-Olm.
Lorscher Codex
Über "das älteste Grundbuch der Region" berichtet anschaulich das Darmstädter Echo (auf den Seiten des Heimatmuseums Nauheim).
Feldpost im 2. Weltkrieg
Das Handakte WebLAWg hat einen hochinteressanten Link ausgegraben. Unter Feldpost-archiv.de wird über die Forschung zum Thema "Feldpost - Dialog zwischen Front und Heimat" mit vielen weiterführenden Links, Abbildungen und Informationen berichtet. Sehr schön!
01.01.03
Nieder-Saulheim vor 150 Jahren
Vor 150 Jahren erlebten Rheinhessen und die Vorderpfalz einen ungewohnt milden Winter. An der Mittelhardt standen zum Jahresende Mandel- und Pfirsichbäume in voller Blüte. Seine Eindrücke im Nieder-Saulheimer Pfarrgarten am Silvestertag schilderte der evangelische Geistliche und passionierte Bienenzüchter Friedrich Stein (1816 Büdingen – 1861 Nieder-Saulheim) wie folgt:
Die Oppenheimer Katharinenkirche 1929

Alle S/W-Aufnahmen dieser Serie werden in die Galerie eingestellt und können dort auch in einem größeren Format (800 x ...) betrachtet werden.

