02.05.03

Bücherverbrennungen 1933

70. Jahrestag der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten: Anspruchsvolles Rahmenprogramm begleitet mit Stadtführungen, Vortrag, Film und Lesungen

Anlässlich des 70. Jahrestags der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 zeigt die Stiftung Deutsches Kabarettarchiv zusammen mit der Stadt Mainz im Foyer des Mainzer Rathauses eine Ausstellung über die Geschichte des Kabaretts von 1919 bis 1945.

Begleitend zu dieser Ausstellung gibt es ein vielfältiges und anspruchsvolles Rahmenprogramm, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, Christina Weiß, gefördert wird.

Stadtführung „Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz"

So findet am Sonntag, 18. Mai 2003, und am Sonntag, 01. Juni 2003, jeweils um 11.00 Uhr (Treffpunkt Jockel-Fuchs-Platz) eine Stadtführung „Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz", verbunden mit der Lesung von kurzen Texten verfolgter Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Mainz statt. (Dauer: etwa 2,5 Stunden.)

Die Verbrennung „undeutscher Bücher" auf dem Berliner Opernplatz in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1933 durch den Kampfausschuss „Wider den undeutschen Geist" der Deutschen Studentenschaft bildete den Auftakt für ähnliche Aktionen in ganz Deutschland. Dabei gingen die Werke bedeutender Deutscher Literaten, wie Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Anna Seghers und Kurt Tucholsky, in Flammen auf.

Am 23. Juni 1933, ausgerechnet am Vorabend des Gutenbergfestes, veranstaltete auch die NS-Studentenschaft von Mainz eine „öffentliche Verbrennung von Schmutz- und Schundliteratur, undeutscher Bücher sowie marxistischen und kommunistischen Propagandamaterials" auf dem Adolf-Hitler-Platz. Der Bücherverbrennung war ein Fackelzug vom Pädagogischen Institut in der Holzstraße aus über die Rheinstraße, Ludwigsstraße, Schillerstraße, Große Bleiche und Rheinstraße bis zum ehemaligen Halleplatz vorausgegangen. Nach einem Bericht der Mainzer Tageszeitung vom 25. Juni hatten sich mehrere tausend Mainzer zu dem Schauspiel eingefunden.

Auch einige aus Mainz stammende Autoren standen auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten. Mit den Stadtführungen soll an sie erinnert werden und am Ort der Mainzer Bücherverbrennung einige Textauszüge aus Werken von Anna Seghers, Carl Zuckmayer und Rudolf Frank vorgelesen werden.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 30.04.2003

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Anmerkungen