18.04.03
Gautor ist Denkmal des Monats
Das Mainzer Gautor ist das Denkmal des Monats: Es ist steinerner Zeuge einer bewegten Stadtgeschichte: 1462 drangen die Truppen Adolphs II. von Nassau durch die Gaupforte - einem Vorläufer des heutigen Gautors - in die Stadt ein und beendeten blutig die Stiftsfehde mit dem Mainzer Erzbischof Diether von Isenburg. Gleichzeitig endete damit für Mainz die Zeit der Stadtfreiheit. Fast 200 Jahre später, 1631, zogen hier schwedische Truppen unter König Gustav Adolf ein. 1792 und 1799 folgte das französische Revolutionsheer.
Die dreitorige, turmbewehrte Gaupforte stellte seit dem Mittelalter die wichtigste Verbindung von der Stadt zum „Gau" (mittelhochdeutsch für „Landschaft") dar. Im Zuge des Ausbaus der Festungsanlagen unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wurde ein gemauerter Querwall mit einer Durchfahrt angelegt. Diese Durchfahrt war zu beiden Seiten von Toranlagen eingerahmt. Das erhalten gebliebene äußere Gautor weist römisch-barocke Stilmerkmale auf. Hoch oben thront seit 2002 wieder eine Kopie des heiligen Martin mit zwei Bettlern. Das Original der Gruppe steht heute im Landesmuseum Mainz.
1896 wurden Gautor und Festungswall niedergelegt und der davor befindliche Graben zugeschüttet. Nur die heftigen Proteste der Mainzer Bevölkerung bewahrten das Gautor vor seiner Zerstörung. Bis es allerdings wieder in die Nähe seines ursprünglichen Standortes gelangte, sollten gut hundert Jahre vergehen. Zunächst stand es im Hof des heutigen Frauenlob-Gymnasiums. Dann, ab 1962, war es Teil der Grünanlage am Fichteplatz und erst 1998 ist das Gautor schließlich wieder dort angekommen, wo es einst Geschichte gemacht hatte. Spenden von Mainzer Bürgern und Unternehmen ermöglichten die Restaurierung und Umsetzung des Tores. Umso bedauerlicher sind die jüngsten „Farbattacken", die kostenintensive Reinigungsarbeiten notwendig machen.
Standort: Das Gautor erreicht man vom Schillerplatz aus über die Gaugasse.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 18.04.2003
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