14.03.03

Peter Schöffer - Jubiläumsjahr

Der Wiesbadener Anwalt und Bücherfreund Detlef Mauss erstand zusammen mit dem Gutenberg-Förderverein einen dreibändigen Druck, dessen erster Teil ein Frühdruck Peter Schöffers ist.

Der Schöfferdruck, wie er in der Neuerwerbung vorliegt, existiert weltweit nur noch zwei Mal. Er enthält Johannes Andreaes "Super arbribus consanguinitatis", einen Text über die Bestimmung von Verwandtschaftsgraden. Man zog ihn beispielsweise als Ratgeber bei strittigen Eheschließungen zu Rate, bei denen eine Blutsverwandtschaft des angehenden Brautpaares bewiesen werden musste.

Schöffers Arbeit komplettieren zwei weitere seltene Drucke aus der Zeit 1470 bis 1475. Der eine, er stammt aus der Presse des Kölner Druckers Arnold ther Hoernen, befasst sich mit möglichen Vorgehensweisen bei Erbfällen ohne ein Testament. Ein besonders ungewöhnliches Werk umfasst der dritte Druck, hergestellt vom Augsburger Günther Zainer. Er enthält ein Verzeichnis sämtlicher lateinischer Redewendungen und ihre deutschen Übersetzungen. Diese Arbeit, der so genannte "Briefsteller", war beim Verfassen von Briefen nützlich. Geschrieben hat das Hilfsmittel für formulierungsschwache Juristen der Humanist Stephanus Fliscus.


Die Neuerwerbung kommt passend zum Jubiläum des 500. Todestages Peter Schöffers. Das Gutenbergmuseum plant vom 06. Juni bis 14. September eine Ausstellung. [Via Mainzer Rheinzeitung Druckausgabe vom 27.02.2003]

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