12.03.03
Kirchenbuchverfilmung
Der Familienforscher Richard Wagner hat sich vor einiger Zeit im "Computergenealogie - Magazin für Familienforschung" öffentlich Gedanken um eine neue Form der Kirchenbuchverfilmung gemacht. Die angeregte Diskussion des Themas blieb leider aus ...
Kern des Artikels ist die Vorstellung, daß die Landeskirchen Buchscanner anschaffen und die Kirchenbücher einscannen, anschließend die Scans auf CD brennen oder als Book on Demand drucken und verkaufen. Von den Erlösen könnte der Scanner und das Personal (teil-) finanziert werden.
Wagner argumentiert, dass das Scannen für die Kirchenbücher deutlich schonender sei als das Verfilmen. Ich habe dabei einige Bedenken, gerade im Hinblick auf das Scan-Licht und das Auflegen der empfindlichen Bücher auf das Scan-Glas. Ist es nicht pfleglicher, mit Hilfe eines geeigneten Kirchenbuchhalter die Bücher digital abzufotografieren und dann entsprechend weiter zu verfahren? Vielleicht liest hier ja jemand mit, der Licht in diese Fragen bringen kann!
Kirchenbücher | LinkIch kann mir leider nicht vorstellen, dass viele Archive aus finanziellen Gründen und weiterhin aufgrund von urheberrechtlichen Bedenken dazu bereit sind, ihre KB auf CD-ROM zur Verfügung zu stellen (eine rühmliche Ausnahme ist das ev. Landeskirchenarchiv in Stuttgart, das Mikrofilme an Genealogen ausleiht!). Was die Scan-Methode betrifft, so gibt es mittlerweile Scanner, die Vorlagen aus ca. 30 cm Entfernung von oben abtasten, d. h. man muss die Seiten nicht auf die Glasplatte legen und die Bindung wird geschont.
Von: Heribert am 12.03.03 22:03Aha, vielen Dank für die Erläuterungen. Wie ist das mit dem Licht? Hat es Auswirkungen auf die Tinte? Von dem einmaligen Abtasten durch einen Scanner wird sie sicher nicht verblassen, aber das Scannerlicht läuft ja länger über die Vorlage als bspw. ein Fotoblitz dauert?
Von: Melanie Langenhan am 12.03.03 22:38Ich kenne die von Heribert beschriebenen Scanner aus amerikanischen Archiven. Die StUB Frankfurt gibt auf ihrer Webseite hierzu folgende Infos (und zahllose andere zur Bestandserhaltung):
http://bestandserhaltung.stub.uni-frankfurt.de/globe-glossar.html
"Aufsichtscanner
Der Aufsichtscanner oder Buchscanner ist besonders gut für die Digitalisierung von Büchern geeignet, vor allem beim Umgang mit historisch wertvollen und besonders schonungsbedürftigen Beständen. Bei diesem Typ von Scanner ist der Lesekopf mit der Sensoreinheit oberhalb der Vorlage angebracht und die eigentliche Abtastung erfolgt berührungslos. Bei Verwendung einer geeigneten Buchwippe ist das Scannen von Büchern mit einer Dicke bis zu 15 cm möglich, eine Auflösung von 400 dpi ist üblich. Für die Digitalisierung von farbigen Vorlagen ist der Aufsichtscanner allerdings nicht geeignet, da die gängigen Modelle lediglich mit einer bitonalen Farbtiefe arbeiten."