10.03.03
Rheinhessische Heimatforschung vor 150 Jahren
Der 1844 gegründete Mainzer Altertumsverein ist der älteste der rheinhessischen Geschichtsvereine. Zu seinen frühen Leistungen gehört die Gründung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, wie auf der Generalversammlung am 14. Februar 1853 stolz herausgestellt wurde. Was die Mainzer sonst noch zu besprechen hatten, findet sich in einem Bericht der Darmstädter Zeitung vom 1. März 1853:
"Am 14. Febr. [1853] hielt der Mainzer Alterthumsverein unter dem Vorsitze seines Präsidenten, des Hrn. Prof. Klein, seine Generalversammlung. Durch eine allerhöchste Bewilligung von 300 fl. aus dem Mainzer Universitätsfonds (außer der jährlichen von 400 fl.), gelegentlich der Versammlung der Alterthumsvereine im September v. J., wurde es möglich, zwei weitere Hefte der Abbildungen erscheinen zu lassen, "ein deutsches Hügelgrab" von Lindenschmit und "Karls des Großen Palast in Ingelheim" von A. v. Cohausen. Die Samlungen des Vereins sind von neuem bereichert worden, namentlich auch die Bibliothek desselben. Der Präsident empfahl das bereits als Resultat der vorjährigen allgemeinen Versammlung zu Dresden erschienene "Correspondenzblatt für sämmtliche historische Vereine Deutschland". - Die Vereine von Wiesbaden und Frankfurt werden sich den "Periodischen Blättern" anschließen und diese somit für 1853 sich erweitern. Die Zahl der Mitglieder des Vereins ist im Steigen und seine Verhältnisse sind überhaupt gedeihlich. Zehn Vorträge wurden in den Versammlungen des Vereins gehaten, ungerechnet die allgemeine Versammlung im September, deren Protocolle jetzt gedruckt werden. - Es erfolgten in der Generalversammlung noch verschiedene Berichte, als von Hrn. Archivar Habel aus Schierstein über das nach Beschluß der allgemeinen Versammlung in Mainz anzulegende "römisch-germanische Museum"; - Hrn. Legationsrath v. Meyer, gegenwärtig in Darmstadt, Namens der zur Erforschung des römischen Pfahlgrabens von der Septemberversammlung ernannten Commission. - In den Vorstand wurden von neuem gewählt k. preuß. Ingen.-Hauptmann v. Cohausen, Prof. Dr. Gergens, Maler Lindenschmit, dann für Kreisbaumeister Dr. Weyland in Darmstadt, Staatsprocurator Dr. Belluc. - Ein Abendessen im Hessischen Hofe folgte der Versammlung, wobei Toaste auf S[eine] K[önigliche] H[oheit] den Großherzog, als huldvollsten Beförderer des Vereins, S. K. H. den Prinzen Johann von Sachsen, Präsidenten des Gesammtvereins etc. ausgebracht und mit herzlichster Theilnahme aufgenommen wurden."
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