13.02.03
Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 4
Von den Siedelungen.
In den Tälern drängt sich Siedelung an Siedelung. Aber auch die Hochfläche ist reich besiedelt. Meist liegen die Ortschaften in kleinen Vertiefungen des Geländes. Besonders lieblich und malerisch zeigen sich die Siedelungen inmitten von Weinbergen und umrahmt von Obsthainen an dem Steilabfall des Rheinischen Hügellandes von Worms bis Bingen. Fast jeder Ort ist weltberühmt [!!] wegen seines Weines. Wir nennen nur Namen wie Oppenheim, Nierstein, Bodenheim, Nackenheim und Ingelheim. In Oppenheim befindet sich neben der Weinbauschule auch eine Realschule.
Im Innern des Landes hat sich die gewerbtätige Kreisstadt Alzey mit einer Anzahl höherer Schulen (Progymnasium, Realschule, Aufbauschule) zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt [...]
An der Mündung der Nahe in den Rhein liegt Bingen, ein bedeutender Rheinhafen. Die Lage der Stadt am Eingang des Engtales des Rheines ins Schiefergebirge ist landschaftlich unvergeßlich schön. Die Weinberge des gegenüber liegenden Niederwaldes mit dem Nationaldenkmal und die rebenbepflanzten Abhänge des Rochusberges erhöhen diesen Reiz der Lage Bingens noch außerordentlich. Das rege Leben auf dem Fluß, die schnelle Aufeinanderfolge der vorbeifahrenden Eisenbahnzüge und der lebhafte Menschenverkehr weisen auf die große Verkehrsbedeutung der Stadt hin. Große Tabakfabriken und starker Weinhandel fördern das wirtschaftliche Leben Bingens. Die Stadt hat ein Gymnasium mit Realschule und ein Lyceum. Inmitten der Stadt erhebt sich die Burg Klopp.
(Die Bilder wurden entnommen aus: Rheinhessen. Ein Heimatbuch. 3. Band. Mainz 1930)