12.02.03

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 3

Eine Fahrt auf dem Rhein von Mainz nach Bingen.

Wir stehen auf der Straßenbrücke in Mainz. In einer Länge von 600 m spannen sich ihre Bogen über die grünlichen Fluten des deutschen Stromes. Schleppzüge keuchen schwerbeladen stromauf. Leere Schleppzüge kommen schneller voran. Floße treiben stromabwärts. Dazwischen eilen geschwinde Boote, die den Verkehr zwischen den beiden Ufern vermitteln. Lange Fracht- und Güterhallen liegen längs des linken Ufers, an dem die Uferbahn entlang fährt. Oberhalb sehen wir die Mündung des Maines. In der Nähe überschreitet die Eisenbahn den Rhein. Unterhalb erblicken wir die Kaiserbrücke, deren Pfeiler auf der Petersaue ruhen. Sie trägt die Gleise der Bahn nach Wiesbaden. In der Nähe der Straßenbrücke ist auch die Anlegestelle für die Personendampfer.

Mit vielen fröhlichen Menschen besteigen wir einen Dampfer, der weit über 1000 Personen faßt. Die Schiffsglocke ertönt. Mit großem Geräusch und Gestampf setzen sich die Schiffsschrauben in Bewegung. Auf der Stadt Mainz mit den Domtürmen ruht unser Blick. Biebrich, der Hafen von Wiesbaden, wird angelaufen. Aber nur kurz ist der Aufenthalt, Menschen steigen ein und aus. Fracht wird aufgenommen. Wir fahren nun schnell zu Tal in den gesegneten Rheingau. Weinberg liegt an Weinberg. Viele weiße Landhäuser mit schönen großen Gärten säumen die lieblichen Ufer. Im Süden begrenzt der rebenbedeckte Abfall des rehinhessischen Hügellandes unser Blickfeld. Weltbekannte Weinorte folgen aufeinander. Über den Weinhügeln am rechten Ufer steigen die bewaldeten Höhen des Taunus auf. Jenseits der neuen gewaltigen Hindenburgbrücke [Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und nicht wieder aufgebaut] laufen wir Rüdesheim an. Von steilem Hang grüßt uns das Nationaldenkmal auf dem Niederwald. Nur noch kurze Fahrt, dann rücken die Ufer enger aneinander. Wir sind in Bingen. Der Rhein tritt in das Felsentor des Binger Loches ein, nachdem er die Nahe aufgenommen hat. Wir verlassen den Dampfer. Ein anderes Mal wollen wir von Bingen stromab weiterfahren.

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Bingen, Blick über die Stadt und die Nahemündung in das Engtal des Rheines (Aufnahme von W. Härtel, Bingen).

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Anmerkungen

Hallo Melanie, wo kann ich mich für die angekündigte Rheinfahrt von Bingen stromabwärts anmelden? ;-)

Von: Heribert am 12.02.03 15:10

Am Mainzer Rheinufer gibt es einen Kiosk von KD :-) See ya!

Von: Melanie Langenhan am 12.02.03 21:11