11.02.03

Heimatkunde für rheinhessische Schüler 1929. Teil 2

Das goldene Mainz.

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Gegenüber der Mainmündung liegt etwas abwärts am Rhein die Provinzialhauptstadt Mainz. Ein Teil der Stadt liegt im Tal, aber auch der steile Abfall des rheinischen Hügellandes ist mit Häusern bestanden. Die Stadt wird von dem wuchtigen Bau des Domes überagt. Die Stelle, an der Mainz liegt, war schon immer stark befestigt. Die Römer hatten die Höhe über Mainz schon ausgebaut. Später spielt sie in der deutschen Geschichte eine große Rolle als Festung. Die alte Stadt ist von vielen winkeligen Gassen durchzogen. Erst als man in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Wälle niederlegte, gab es Raum für eine weitläufig gebaute Neustadt. Hier verlaufen die Straßen rechtwinklig. Die Hauptstraße der neuen Stadt ist die breite Kaiserstraße.

Durch die alte Stadt zieht die verkehrsreiche Ludwigsstraße, an der das Theater und das Gutenbergdenkmal stehen. Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, hatte zu seiner Zeit das Ansehen der wohlhabenden Stadt stark gefördert.

Mainz hat eine günstige Verkehrslage. Viele Eisenbahnen laufen in seinem Hauptbahnhof zusammen. Reger Verkehr herrscht auch auf dem Rhein. Große Hafenanlagen sind vorhanden. An dem Schnittpunkt wichtiger Verkehrslinien läßt sich auch der Handel und die Industrie gerne nieder. Eine große Bedeutung hat der Weinhandel. Viele Schuhfabriken, Bierbrauereien und Schaumweinfabriken befinden sich in der Stadt.

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Für die Katholiken hat Mainz eine besondere Bedeutung dadurch, daß es Sitz eines Bischofs ist. Früher war es ein Erzbistum. Die evangelischen Christen haben in der Christuskirche ein prächtiges Gotteshaus. Für die Ausbildung der Jugend stehen in Mainz ein Gymnasium, eine Oberrealschule, ein Realgymnasium, eine Handelsschule und eine Studienanstalt neben vielen privaten Schulen zur Verfügung.

Bis zum Ende des Weltkrieges war Mainz eine große Garnisonsstadt. Heute müssen französische Soldaten kraft des Versailler Vertrages in den zahlreichen deutschen Kasernen liegen [sie zogen 1930 ab].

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Anmerkungen