31.01.03
Stresemann-Ehrenmal Mainz

Bild der Einweihung (5. Juli 1931) am Mainzer Fischtorplatz.
Die Grundsteinlegung erfolgte ein Jahr zuvor am 6. Juli 1930, obwohl die Finanzierung der 120.000 Mark für die Baukosten noch nicht gesichert war.
Bei dem von den beiden Mainzer Architekten Carl Hensel und J. Freitag entworfenen Ehrenmal handelte es sich um eine 24 Meter breite und 9 Meter tiefe Anlage, deren Mittelteil eine Höhe von 7,5 Metern erreichte. Das Ehrenmal war in einen Mittelblock von 12 Metern sowie zwei Pilasterhöfe von jeweils 6 Metern Breite gegliedert. Das gesamte Bauwerk bestand aus fränkischem Muschelkalk, der bei Würzburg gewonnen wurde. An den Außenmauem waren die Inschriften „Dem Andenken Gustav Stresemanns", „Der Freiheit der Rheinlande", „Der Größe des deutschen Vaterlandes", „Errichtet von dem dankbaren deutschen Volke 1930/31" sowie ein 4.20 Meter breiter und 4.50 Meter hoher Reichsadler angebracht. Zum Dom hin schloß sich eine Rasenfläche an, an deren Ende ein heute noch vorhandener Brunnen mit der Inschrift „Zum Schmuck der Vaterstadt errichtete diesen Brunnen der Verschönerungsverein Mainz im Befreiungsjahr 1930" steht. Das Innere des Ehrenmals war mit rot gemasertem Marmor verkleidet und der Fußboden mit schwarz-weiß gemustertem Marmor ausgelegt. Eine vom Mainzer Bildhauer Ludwig Lipp angefertigte Stresemann-Büste stand in der Mitte der Längsseite. Die zweite Längswand gegenüber der Büste schmückten der Reichsadler, die Wappen der Städte Mainz und Berlin sowie die Wappen der befreiten rheinischen Länder. Vor dieser Wand befand sich noch eine Marmorbank, die der Deutsche Burschenbund gestiftet hatte. Zwei schwere Bronzetüren, gespendet von der Stadt Berlin, verbanden die Ehrenhalle mit den Pilasterhöfen. Die einzige lichtdurchlässige Öffnung des Ehrenmales bildete ein rechteckiges Dachfenster in der Ehrenhalle. Das gesamte Stresemann-Ehrenmal sollte dem würdigen Gedenken dienen, und trotz seiner beachtlichen Maße blieb es dennoch in einem Rahmen, der dieses Gedenken nicht ins Bombastische abgleiten ließ.Quelle: Michael Brodhaecker, Das Stresemann-Ehrenmal in Mainz; (Bild: privat)
Nach Hitlers Machtübernahme sollte das Ehrenmal zunächst umgestaltet werden. Diese Pläne wurden jedoch nicht verwirklicht, das Ehrenmal verwahrloste in kurzer Zeit und verschwand schließlich.
Heimatkunde | LinkAuch heute gibt es - wieder - in Mainz verwahrloste Denkmäler, die manchen Zeitgenossen ein Stachel im Fleisch sind, und deren Entfernung gefordert wird :-(
http://www.fdj.de/FANFARE29-4.html (September 2001)
Unsere Stadt muß schöner werden
Die Bilder zeigen ein Revanchisten-Mahnmal in Mainz, das zum 8. Mai recht treffend verschönert wurde. Der 1961 zum Jahrestag des „Volksaufstandes“ in der DDR am 17. Juni 1953 errichtete Stein trägt die Aufschrift „Deutschland ist unteilbar“ und zählt eine ganze Reihe von Städten auf: Neben Weimar, Frankfurt/Oder und Görlitz auch „Königsberg“, „Danzig“, „Stettin“, „Breslau“ und „Gleiwitz“. Verschönert wurde der Klotz mit den Schriftzügen „Nie wieder Faschismus“, „Nie wieder“ und „8.5.45: Polen ist und bleibt polnisch“. Die Grünen im Mainzer Stadtparlament regten im übrigen an, den Stein zu entfernen, da das ständige Säubern und Entfernen von Beschriftungen auf Dauer recht teuer würde. – Also nix wie weg mit dem Mist!
Ein zweiter Stein, errichtet „zum ewigen Gedenken an den heldenhaften ,Kreuzer Mainz‘ (...), mit wehender Flagge ehrenvoll vor dem Feind im Seegefecht um Helgoland (1916) versunken“, blieb ebenfalls nicht unbeschädigt und unkommentiert.