27.01.03

Skelett des Schinderhannes auf Wanderausstellung

In der heutigen Ausgabe der FAZ (Bericht online nur für Abonnenten kostenlos abrufbar) berichtet Eckart Kauntz über eine Wanderausstellung, auf der das Skelett des "Schinderhannes" sowie das bei der Hinrichtung verwendete Fallbeil zu sehen sind. Zur Zeit werden die illustren Exponate im Regionalmuseum "Leben und Arbeiten" zu Nastätten ausgestellt ("Schinderhannes" wurde (wahrscheinlich 1777) als Johann Bückler im benachbarten Miehlen geboren). Im Laufe des Jahres werden sie noch an seinen Wirkungsstätten Simmern und Morbach sowie an seinem Hinrichtungsort Mainz zu sehen sein.

Der Bericht geht auch auf die wechselnde Geschicke der Gebeine des Schinderhannes ein. So diente der Körper dem Mainzer Mediziner Jacob Fidelis Ackermann, über den wir jüngst berichteten, als Untersuchungsobjekt. Er verbrachte ihn 1804 an seine neue Wirkungsstätte Heidelberg, wo er sich noch heute in der Anatomie der Universität befindet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Skelett nach Frankfurt ausgeliehen und kopflos zurückgereicht (der Schädel ging in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs zugrunde). Seitdem ist das Gerippe mit einem anderen Schädel versehen. 1983 versuchte der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs vergeblich, unter dem Motto "Rettet die Gebeine des Schinderhannes" und - wie Kauntz schreibt - "unter Androhung einer Entführung" die Rückkehr des Skeletts nach Mainz zu erreichen.

Schinderhannes | Link
Anmerkungen