26.01.03
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. [Teil 11]
87) Gebt uns die Leibesbeschreibung von dem scheelen Franz, welcher, eueren Antworten auf die vor dem Jury-Direktor geschehenen Fragen nach, sich in den Gefängnissen von Mannheim befinden soll?
Antw. Dieser Mann ist von Lindenfels nach Mannheim geführet worden; er streicht auf den Märkten mit gemeinen Krämerwaaren herum; er hat gemeiniglich einen Esel und einen Karren bei sich; er muß noch einen halb-leinenen Rok tragen, welchen ich ihm schenkte. Es ist ein großer starker Mann welcher einäugig ist oder vielmehr ein Aug kleiner als das andere hat, runde dunkelbraune Haare, rothen Bart, und eine dike Nase hat. Es ist ohngefähr drei Jahre, daß er in der Gegend von Worms auch einen Diebstahl begangen hat. Seine Kameraden sind von dem Tribunal vom Donnersberg auf vierzehen oder sechzehen Jahr in die Eisen verurtheilt worden, er ist aber entwischt.
88) Gebt uns die Leibesbeschreibung von Wilhelm Rheinhard?
Antw. Er ist mit dem vorhergehenden und noch drei andern zu Lindenfels arretirt worden; zween, unter welchen sich der Korbmacher Hannadam vom Ueberrhein befand, von welchem ich auch schon gesprochen habe, sind entwischt. Die drei andern, nämlich: der scheele Franz, Wilhelm Rheinhard und ein junger Mensch der sich Hannes nennt, welchen ich aber nicht kenne, sind nach Mannheim gebracht worden; dieser Wilhelm Rheinhard treibt gemeiniglich den Porzellanhandel, er ist ein starker Mann, der schwarze Haare und desgleichen Backenbart hat, seine Nase zeichnet sich aus, indem sie ziemlich groß und gegen den Mund gebogen ist. Ich bemerke daß sein wahrer Name nicht Rheinhard sondern Gundermann ist.
89) Erinnert ihr euch noch eines Johann Georg von Lauschid?
Antw. Ja, ich habe mehrere Pferdediebstähle mit ihm begangen; er ist in Koblenz verurtheilt worden.