24.11.02

Ländliche Mobilität zwischen Rhein, Nahe und Hunsrück

- Ein Ausstellungsprojekt der Abt. Kulturanthropologie/Volkskunde des Deutschen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Kooperation mit dem Freilichtmuseum Bad Sobernheim, dem Kreismedienzentrum des Landkreises Bad Kreuznach sowie dem Hunsrückmuseum Simmern -

Aus der Ausstellungsbeschreibung:

»Mobilität gewann in den vergangenen 150 Jahren zunehmend an Bedeutung. Die Transportrevolution durch das Massenverkehrsmittel Eisenbahn ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gab den Dimensionen "Zeit" und "Raum" neue Bedeutung. Das Tempo der Fortbewegung, über Jahrhunderte hinweg nahezu konstant, erhöhte sich, und große Entfernungen konnten nun relativ rasch zurückgelegt werden. Es dauerte allerdings einige Jahrzehnte, bis auch entlegene Regionen an das Schienennetz angeschlossen waren.

Durch die Erfindung des Verbrennungsmotors am Übergang zum 20. Jahrhundert erhielt der Beschleunigungsprozeß eine neue Qualität. Kraftfahrzeuge ermöglichten nun auch höhere Geschwindigkeiten im Individualverkehr und begannen, Zug- und Reittiere zu verdrängen. Dennoch blieb das Auto noch bis in die Zwischenkriegszeit ein Luxusgut für Wohlhabende.

Erst mit der einsetzenden Massenmotorisierung in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Kraftfahrzeuge für Normalverdiener erschwinglich. Der Individualverkehr begann, mit der Eisenbahn zu konkurrieren. Binnen weniger Jahre veränderte das Auto die Lebensgewohnheiten der Menschen radikal. Mit den Verkehrsmitteln wandelten sich auch die Orts- und Landschaftsbilder, neue Berufe entstanden und alte Handwerke verschwanden für immer.

Am Beispiel der Region zwischen Rhein, Nahe und Hunsrück will die Ausstellung diese Entwicklungen nachzeichnen und einzelne Aspekte von Mobilität beleuchten.«


Dazu passt prima dieses Zeitdokument eines Knöllchens aus den 1930er Jahren:
»Lieber Kraftfahrer!
Unsere alte Volkerstadt hat leider sehr enge Straßen und wenig Parkmöglichkeiten. Wir biten deshalb dringend, die Verkehrsvorschriften peinlich genau einzuhalten.
Die Aufstellung Ihres Wagens entspricht nicht den Verkehrsvorschriften und behindert den Verkehr. Bitte beachten Sie dies, wenn Sie wieder nach Alzey kommen und benutzen Sie den großen Parkplatz Obermarkt. Dort kann Ihr Wagen ungehindert stehen und Sie haben eine Minute zu Fuß zum Zentrum der Stadt. Sie ersparen sich damit Unannehmlichkeiten und Unkosten, denn die Polizei hat im Wiederholungsfalle Anweisung, mit gebührenpflichtigen Verwarnungen einzuschreiten.
Polizeiverwaltung und Verkehrsverein Alzey

Die Volkerstadt Alzey im Herzen des Rheinhessischen Weinbaugebietes grüßt Sie recht herzlich und ruft Ihnen zu "Auf Wiedersehn"
Dann denken Sie aber an den großen Parkplatz Obermarkt mitten in der Stadt.«

Quelle: Stadtinfo Alzey Nr. 69-II/2002, S. 19-20

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Anmerkungen